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Hauhechel

Hauhechel (Ononis spinosa) - Merkmale, Anbau, Verwendung und Heilwirkung

Die Hauhechel ist ein in Europa altbekanntes Heilkraut, welches vor allem zur Behandlung bzw. Linderung von Blasen- und Nierenkrankheiten angewendet wird. Die hübsch anzusehende Pflanze enthält meist reichlich Saponine und ätherische Öle, die für die Anwendungsmöglichkeiten verantwortlich sind. In vielen Gärten in die Pflanze aufgrund ihrer tiefen Pfahlwurzeln jedoch nicht immer beliebt.

Pflanzenmerkmale und Systematik der Hauhechel

Synonyme Namen der Hauhechel sind u.a. Stachelkraut oder Weiberkrieg. Das lässt darauf schließen, dass die Pflanze nicht unbedingt angenehm ist. Der Name Weiberkrieg z.B. wurde im Mittelalter geprägt und bedeutete, dass die Frauen sich beim Entfernen der Pflanze schwer zu schaffen machen mussten. Auch ihr heutiger Name Hau-hechel deutet darauf hin, dass die Bauernhaue - ein altes Werkzeug - verwendet wurde, um die Pflanze aus dem Boden zu entfernen, bevor gepflügt wurde.

Herkunft und Vorkommen der Hauhechel

Die Hauhechel ist eine in Europa beheimatete Pflanze, die daher - mit Ausnahme der skandinavischen Länder - in nahezu allen europäischen Ländern vorkommt. Die Pflanze ist außerdem mitunter in Nordafrika sowie Westasien anzutreffen. Die Hauhechel bevorzugt sonnige, trockene und leicht kalkhaltige Standorte und ist deshalb vor allem an Waldlichtungen, Wegrändern und Böschungen zu finden.

Systematik vom Hauhechel

Die Hauhechel (Ononis spinosa) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und unterhält damit eine direkte Verwandtschaft mit wichtigen Nutzpflanzen wie Erbse, Bohne oder Lupine sowie bekannten Heilpflanzen wie dem Rotklee. Die Gattung Hauhecheln (Ononis) zählt etwa 80 bekannte Arten, von denen die dornige Hauhechel (Ononis spinosa) die wohl bekannteste Art sein dürfte. Bekannt sind zudem weitere Unterarten wie die kriechende Hauhechel (Ononis spinosa subsp. maritima) sowie die Bocks-Hauhechel (Ononis spinosa subsp. arvensis).

Merkmale des Hauhechels

Die Hauhechel ist eine zur Blütezeit recht attraktive Pflanze. Die meist zwischen 25 und 70 cm hoch wachsende Pflanze weist typische Eigenschaften eines Halbstrauchs auf. Besonders markant ist die bis zu 50 cm in den Boden ragende Pfahlwurzel.

  • Blätter:
    Die Hauhechel hat gezähnte, dreizählig gefiederte Blätter mit Nebenblättern. Die Nebenblätter sind ebenfalls gezähnt. Die Seitenzweige haben scharfe Dornen.
  • Blüte:
    Die rosa bis rosarot gefärbten Blüten des Hauhechels sind in Kurztrieben angeordnet, die dort relativ dichte Traubenstände ausbilden. Der Blütenkelch weist eine auffällige Behaarung auf. Die Blütezeit des dornigen Hauhechels findet in der Regel von Mitte Mai bis Anfang Oktober statt. Im Anschluss entwickeln sich kleine, behaarte Hülsenfrüchte.
  • Duft:
    Die dornige Hauhechel verströmt zur Blütezeit einen teils unangenehmen, leicht süßlichen Duft.


Hauhechel und dessen Verwendung

Hauhechel in der Küche

Die dornige Hauhechel findet in der Küche kaum Verwendung. Gelegentlich findet die Hauhechel Gefallen bei Liebhabern von Wildkräutersalaten, wobei die jungen Triebe verwendet werden, die einen leicht scharfen Geschmack aufweisen. Ausgewachsene Pflanzen haben einen sehr unangenehmen Geschmack.

Hauhechel als Heilkraut

Die Hauhechel ist eine sehr alte Heilpflanze, die bereits zur Zeit der alten Römer verwendet wurde. Auch der bekannte griechische Arzt Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) erwähnte die Hauhechel (onosma) in seinem berühmten Werk Materia Medica. Zu dieser Zeit wurde die Pflanze vor allem gegen Nieren-, Harn- und Steinbeschwerden eingesetzt.

Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli (1563) wurde die Rinde der Hauhechel in Wein eingelegt und getrunken, um Steine mit „Gewalt“ zu brechen. Ebenso wurde die Pflanze verwendet, um Feigwarzen zu behandeln, Leberbeschwerden („Verstopfung der Leber“) und Milzkrankheiten zu lindern oder um den Harnfluss zu verbessern. Neben inneren Krankheiten wurde die Hauhechel auch gegen Zahnschmerzen verwendet. Hier wurden die Wurzeln mit Wasser und Essig behandelt. Zitat: Die Wurtzeln in Wasser und Essig gesotten / und im Mund gehalten / lindert das Zahnwehe. Sie vertreibt auch die Rufen / darüber gelegt oder gestrichen.



Auch in der heutigen Anwendung wird die Hauhechel vor allem bei einigen Nieren- und Blasenkrankheiten verwendet. Hier wird die Wurzel der Pflanze meist in Form von Tees verwendet. Die Wurzeln enthalten Saponine, ätherische Öle und Gerbstoffe, die dafür sorgen, dass die Harnmenge erhöht wird. Außerdem werden die Teeauszüge auch zur Prophylaxe von Harn- und Nierensteinen bzw. zur Entfernung von Nierengrieß verwendet.

Hauhecheltee – Hinweise zur Anwendung

Für die Zubereitung eines Hauhecheltees genügt es, 200 ml kochendes Wasser mit etwa 1 ½ Teelöffeln geschnittener Hauhechel-Wurzel zu übergießen. Den Aufguss dann für etwa 20 bis 30 Minuten ziehen lassen. Den Behälter gut abdecken!


Pro Tag sollten nicht mehr als 3 Tassen Hauhecheltee getrunken werden. Bitte nicht mehr als drei Tage hintereinander anwenden. Bei längerer Anwendung etwa eine Woche warten und bei nicht nachlassenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen.

In der Volksmedizin wird die Hauhechel heute noch gelegentlich zur Blutreinigung verwendet.

Achtung:Bei bekannter Herzschwäche oder bekannten Wasseransammlungen sollte der Gebrauch von Hauhechel vermieden oder zumindest mit einem Arzt abgeklärt werden.

Hauhechel kaufen – Was gibt es zu beachten?

Die Hauhechel ist im Handel relativ selten. Die Pflanze gibt es meist nur im Onlinehandel oder bei ausgewählten Kräuterhändlern zu kaufen. Das gleiche gilt für Saatgut. Hier gibt es auf einigen Onlinemarktplätzen Samen zu kaufen, die meist sehr preiswert sind.

Für die naturheilkundlichen Anwendungen wird lediglich die Wurzel benötigt. Hauhechelwurzeln gibt es bei speziellen Kräuterfachhandlern oder im Onlinehandel. Die Qualität der Ware zu beurteilen ist bei der Hauhechel relativ schwierig. Einige Wurzeln enthalten nur unzureichende Wirkstoffe, was meist auf unbedarfte Wildsammlung zurückzuführen ist. Insofern Sie online kaufen, sollten Sie daher auf eine gute Reputation des Händlers achten und private Verkäufer in Onlinemarktplätzen meiden.

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