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Goldrute

Goldrute - Merkmale, Anbau und Verwendung

Botanischer Name: Solidago virgaurea

Die Goldrute ist das Heilkraut bei Nierenbeschwerden. Der recht schöne Korbblütler, der häufig auf Wegesrändern und Lichtungen angetroffen, enthält zahlreiche Inhaltsstoffe, die die Nierentätigkeit enorm steigern kann. Die unter ihrem botanischen Namen Solidago virgaurea bekannte Pflanzen galt schon seit der Antike als mächtige Heilpflanze, auch wenn sie zu jener Zeit eher für die Wundheilung verwendet wurde.

Merkmale und Systematik der Goldrute

Herkunft und Vorkommen der Goldrute

In geographischer Hinsicht hat die Goldrute ein sehr großes Verbreitungsgebiet. Sie ist nahezu in allen europäischen und asiatischen Ländern vertreten. In den subtropischen Gebieten ist sie jedoch ausschließlich in höheren Lagen mit gemäßigterem Klima anzutreffen. Die genaue Herkunft der Goldrute ist nicht bekannt. Als ursprüngliches Herkunftsgebiet wird jedoch das nördliche und mittlere Europa vermutet.

Die echte Goldrute, auch gewöhnliche Goldrute genannt, lässt sich häufig wild antreffen. Sie kommt vor allem an Wegrändern, Waldlichtungen, Weiden, Gräben oder Wiesen mit schweren Böden vor und erscheint meist in größerer Anzahl.

Systematik der gewöhnlichen Goldrute

Die gewöhnliche oder echte Goldrute (Solidago virgaurea) zählt zur Pflanzenfamilie der Korbblütler. Sie ist damit mit vielen anderen wichtigen Nutz- bzw. Heilkräutern wie dem Löwenzahn, der Ringelblume oder dem Wermut verwandt. In der engeren Zuordnung zählt die Pflanze zur Gattung der Goldruten, die mit mehr als 100 Arten eine große Vielfalt aufweist. Weitere bekannte Arten aus dieser Familie ist beispielsweise die kanadische Goldrute (Solidago canadensis) oder die späte Goldrute (Solidago gigantea).

Darüber hinaus gibt es für die Art Solidago virgaurea auch noch weitere Unterarten. Die bekanntesten sind in nachfolgender Tabelle abgebildet.

Botanischer NameDeutscher Name
Solidago virgaurea ssp. alpestrisAlpine Goldrute
Solidago virgaurea ssp. asiaticaAsiatische Goldrute
Solidago virgaurea ssp. minutaZwergige Goldrute
Solidago virgaurea ssp. virgaureaEchte Goldrute

Merkmale der echten Goldrute

Die echte Goldrute ist eine mehrjährige und typisch krautige Pflanze, die Wuchshöhen bis zu 110 cm erreichen kann. Meist wird die Pflanze jedoch deutlich kleiner und erreicht Höhen zwischen 30 und 60 cm. Der Wurzelstock der Pflanze erscheint knotig, meist buschig und mitunter walzenähnlich. Die einzelnen Wurzelläufer erscheinen dunkelbraun mit einigen gröberen Wurzelhaaren.

Die Blätter der Goldrute unterteilen sich in langstielige Grundblätter und in eher kurzstieligen Laubblättern. Die Blätter sind im Allgemeinen recht lang, weisen eine große Blattoberfläche auf und sind nicht behaart. Am Rand sind sie leicht gesägt. An der Oberfläche der eher hellgrünen Blätter sind die Blattnerven kompartimentiert und sehen aus wie größere Zellstrukturen.

Zur Blütezeit, die in der Regel zwischen Juni und September stattfindet, bildet die echte Goldrute typische gelbe Blüten aus. Diese sitzen in körbchenförmigen Blütenständen, die meist einen Durchmesser zwischen 8 und 16 mm aufweisen. Meist befinden sich bis zu 20 Einzelblüten pro Blütenkorb. Gegenüber anderen Solidago-Arten sind die Blüten der echten Goldrute eher locker angeordnet.

Zur Fruchtreife bilden sich aus den befruchteten Blüten von Solidago virgaurea Nussfrüchte aus, die kleine Härchen aufweisen und daher auch als Achänen (typisch für Korbblütler) bezeichnet werden.



Die echte Goldrute ist übrigens eine beliebte Bienen- und Insektenpflanze, da die Pflanze sehr viel Nektar bildet. Sie gilt als ökologisch besonders wertvoll.

Goldrute – Anbau, Aussaat und Pflege

Die Goldrute ist eine recht pflegeleichte Pflanze, die sich leicht aussäen und anbauen lässt. Sie hat einen recht großen Toleranzbereich in puncto Licht- und Bodenverhältnisse. Dennoch bevorzugt sie trockene, kalkhaltige und eher schwere bzw. lehmig-sandige Böden in sonnigen Lagen. Sie wächst unter Umständen jedoch auch in halbschattigen Lagen und in teils sandig-lehmigen Böden, jedoch wird die Goldrute dort dann nur geringe Wuchshöhen erreichen.

Soll die Goldrute im Garten gepflanzt werden, so sollte bei sehr lehmigen Böden mit Zuschlagstoffen wie Quarzsand oder Lavasand gearbeitet werden. Eher sandige Böden sollten mit Tonmehl (Bentonit) durchmischt werden, um eine rasche Auswaschung der Nährstoffe zu verhindern, auf die die Goldrute im Verlauf der Saison sensibel reagieren würde. Soll die Goldrute auf Balkon oder Terrasse angepflanzt werden, so kann durchaus auch gute Kräutererde gekauft werden. Diese sollte jedoch noch mit Sand oder anderen lockeren Zuschlagstoffen (z.B. Perlite, Zeolith) durchmischt werden, da sonst zuviel Nährsalze enthalten sind, die sich negativ auf die Entwicklung der Pflanze auswirken können.

Die Aussaat der Goldrutensamen kann im Frühjahr zwischen Anfang April und Anfang Juni direkt im Gartenbeet erfolgen. Soll die echte Goldrute auf dem Balkon in Töpfen angepflanzt werden, kann diese ebenfalls im selben Zeitraum direkt ausgesät oder in Vorkultur zwischen Februar und Mitte April auf der Fensterbank erfolgen. Die Samen der Goldrute sind Lichtkeimer, von daher müssen die Körner nur leicht in Boden bzw. Erde gedrückt werden.

Der Pflanzabstand zwischen den einzelnen Goldruten sollte mindestens 25, bestenfalls sogar 30 cm betragen. Pro Quadratmeter sollten nicht mehr als 14 Pflanzen stehen. Soll die Goldrute im Topf wachsen, so empfehlen sich breite Töpfe mit moderater Tiefe (etwa 30 bis 40 cm), da sonst der Pflegeaufwand zu groß und das Risiko vor Pflanzenkrankheiten zu hoch sein würde.

Die Goldrute ist sehr tolerant in Bezug auf Gießen. Sie übersteht mehrere Trockenperioden meist ohne Probleme. Im Garten muss nur nach größerer Trockenheit und sehr warmen Wetter (mehr als 10 Tage Trockenheit) gegossen werden. Wächst die echte Goldrute in Töpfen oder Kübeln so sollten immer erst dann gegossen werden, wenn die oberen 3 bis 4 cm der Kräutererde vollkommen ausgetrocknet sind. Ist die Pflanze noch recht jung und klein, können die Gießabstände auch geringer ausfallen.

Dünger benötigt die Goldrute kaum bis gar nicht. Wächst die Goldrute im Gartenboden, so genügt ein mit Kompost vorgedüngter Boden vollkommen aus, um die Pflanze mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Bei Topf- und Kübelkultur sollte während der Blütezeit (so gegen August) eine leichte Düngung erfolgen, da die Nährstoffe durch das häufigere Gießen schneller ausgewaschen werden. Empfehlenswert sind organische Flüssigdünger, die jedoch nur sehr sparsam verwendet werden sollten. 2 bis 3 ml Flüssigdünger verdünnt mit Gießwasser reichen vollkommen aus. Wächst die Goldrute in handelsüblicher Blumenerde so kann auf eine Düngung im ersten Jahr sogar vollständig verzichtet werden. Gekaufte Blumenerde ist in der Regel vorgedüngt und hat ein Nährstoffreservoir für bis zu 6 Monaten. Zuviel Dünger schadet der Goldrute!

Die echte Goldrute ist eine winterharte Pflanze und verträgt hohe Minustemperaturen. Zum Beginn der Frostzeit sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Die oberirdischen Blattteile sterben bis Ende November ab und treiben im Frühjahr wieder neu aus.

Die Ernte der Goldrute erfolgt am besten zu Beginn der Blütezeit. Soll die Pflanze für heilmedizinische Zwecke benutzt werden, so sollten die oberen Pflanzenteile gesammelt werden. Empfehlenswert sind die ersten 15 cm der Goldrute. Genutzt werden können die Blütenköpfe sowie die Blätter. Bei der Trocknung sollte die Pflanzenteile kopfüber aufgehängt werden. Das Goldrutenkraut sollte nach Möglichkeit im Schatten getrocknet werden.

Die Goldrute sät sich übrigens gut selber aus. Gärtner, die eine Selbstaussaat vermeiden wollen, sollten die verblühten Blütenköpfe entfernen, damit die Pflanze keine Früchte und Samen ausbilden kann. Neben der Aussaat ist auch eine vegetative Vermehrung über Stecklinge möglich.

Goldrute und ihre Verwendung

Die Goldrute wird heute vor allem als Heilpflanze verwendet. Sie wird gleichermaßen in der Natur- und Schulmedizin verwendet und findet sich häufig auch in homöopathischen Medikamenten. Darüber hinaus verwendet man Goldrute heute noch gelegentlich als Färbemittel. Die gelben Blütenstände enthalten viele verschiedene Flavonoide, mit der sich Textilien bzw. Wolle leicht färben lassen.

Goldrute in der Küche

In der Küche wird die echte Goldrute kaum verwertet. Dennoch sind die Samen, die Blütenköpfe sowie die jungen Blätter essbar. Die nahrhaften Samen stellten früher eine beliebte Überlebensnahrung dar. Die Blüten können als Dekoration in Salaten oder aber auch kandiert gegessen werden.

Die jungen Triebspitzen lassen sich gut in Wildkräutersalaten verarbeiten und schmecken angenehm aromatisch. Die Blätter können als Gemüse gekocht werden und ähnlich wie Spinat zubereitet werden. Es sollte jedoch nicht übermäßig verzehrt werden, da die Pflanze die Nierentätigkeit stark anregen kann.

Goldrute als Heilkraut

Die echte Goldrute (Solidago virgaurea) ist eine alte Heilpflanze, die bereits von Heilkundigen und Ärzten in der Antike eingesetzt wurde. In vielen alten Kräuterbüchern des Mittelalters und der frühen Neuzeit finden sich zahlreiche Beschreibungen und Behandlungsempfehlungen. Ihr früherer Name heidnisches Wundkraut lässt darauf schließen, dass die Pflanze früher vor allem für die äußere Behandlung eine große Rolle gespielt hat.

So finden sich beispielsweise im Kräuterbuch von P. A. Matthioli Hinweise, dass die Heilpflanze bei Fleischwunden, bei Fisteln und bei Geschwüren zum Einsatz kam. Eine häufige Verarbeitungsweise was das Pulverisieren der Goldrute. Das Pulver wurde dann in die jeweiligen Wunden gestreut, was wohl häufig zu guten Behandlungserfolgen (zumindest für die damalige Zeit) geführt hat. Neben Pulvern kamen auch Goldrutensud oder –brühe vor, die entweder auf die frischen Wunden eingerieben oder – bei Entzündungen im Mund- und Halsraum - gegurgelt wurden. Neben der vorrangig äußeren Anwendung, war auch die harntreibende Wirkung der Goldrute bekannt. Das Kraut wurde in Wasser oder rotem Wein gesiedet und entsprechend getrunken.



Auch heute kommt der Goldrute eine große Bedeutung als Heilfplanze zu. Ihre zahlreichen Inhaltsstoffe entfachen eine große Heilwirkung für viele unterschiedliche Erkrankungen und Beschwerden. Hierzu gehören u.a.:

  • Blasenbeschwerden
  • Nierenbeschwerden
  • kleinere Nierensteine
  • chronische Nierenentzündung
  • Wassersucht
  • Rheumatische Beschwerden
  • Gicht
  • Zahngeschwüre
  • Asthma
  • Wundbehandlung bei Insektenstichen
  • Blähungen

Goldrute gilt heute als hervorragendes Heilkraut gegen viele Nierenbeschwerden. Verantwortlich sind die in der Pflanze enthaltenden Flavonoide und Saponine, die eine leistungssteigernde Wirkung der Nieren zur Folge haben.

Die Heilwirkung von Goldrute geht jedoch noch weit über den Nierenbezug hinaus. Heute ist bekannt, dass Goldrute folgende Wirkungen aufweist:

  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • ausschwemmend
  • antibakteriell
  • antifungizid (gegen Pilze)
  • schmerzlindernd
  • immunstimulierend
  • ödemhemmend

Medizinisch wertvoll ist das gesamte Goldrutenkraut ohne die Wurzeln. Zur Anwendung kommt das getrocknete Kraut (Solidago herbae) als Tee oder als Tinktur. Neben diesen beiden eher klassischen Anwendungsbereichen gibt es in Apotheken und Drogerien auch fertige Arzneipräparate in Tabletten- oder Kapselform.

Für die Zubereitung eines Goldrutentees werden 1 bis 1,5 Teelöffel des getrockneten Goldrutenkrauts benötigt, die mit heißem (nicht kochendem Wasser) übergossen werden. Da die Inhaltsstoffe, allem voran die Flavonoide, einige Zeit benötigen, um gut extrahiert zu werden, sollte die Ziehzeit zwischen 15 und 20 Minuten betragen. Optimal ist die Einnahme eines Tees jeweils eine Stunde nach den drei Hauptmahlzeiten. Mehr als 4 Tassen Goldrutentee sollten pro Tag nicht eingenommen werden.

Neben Goldrutentee werden häufig auch homöopathische Auszüge verwendet. Diese werden meist bei chronischen Nierenentzündungen oder Nierenbeckenentzündungen eingenommen. Besonders wichtig sind hier die homöopathische Mittel in den Potenzen D1 bis D6 die mindestens zwei Mal am Tag verabreicht werden müssen.

Wichtig: Wenn Sie Goldrutentees oder – tinkturen verwenden, achten Sie bitte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Durch die ausschwemmenden Eigenschaften verlieren Sie viel Wasser, das durch viel Trinken kompensiert werden muss.

Nebenwirkungen bei der Einnahme von Goldrutepräparaten sind derzeit nicht bekannt. Es wird jedoch angeraten bei Nierenbeschwerden die Einnahme mit einem Arzt abzusprechen.

Goldrute kaufen - Was gibt es zu beachten?

Da viele Menschen, die an diversen Nierenbeschwerden leiden, mit Goldrute in Berührung kommen, sind entsprechend viele Produkte auf dem Markt erhältlich.

Viele Kräuterhändler, Apotheken, Onlinehändler und zum Teil auch größere Supermärkte bieten getrocknetes Goldrutenkraut für die Zubereitung von Tees an. Insofern die Kräuter in Onlineshop oder auf Marktplätzen erworben werden, sollte nach dem Alter des Produkts gefragt werden. Goldrutenkraut sollte nur dann gekauft werden, wenn dieses jünger als ein Jahr alt ist. Ältere Produkte können durch den Abbau der Flavonoide ihre Wirkung zum Teil verlieren.

Beim Kauf von Goldrutenprodukte werden mitunter auch die kanadische Goldrute oder die Riesengoldrute verarbeitet. Für die medizinische Anwendungen können auch diese Arten aus der Familie der Goldruten verwendet werden, da sie eine nahezu ähnliche Zusammensetzung der Wirkstoffe haben.

Für Gärtner, die interessiert am Anbau der Pflanze sind, gibt es zahlreiche Onlinehändler, die die Samen der Goldrute zu verhältnismäßig günstigen Preisen anbieten. Beim Kauf sollte jedoch zwingend auf den botanischen Namen geachtet werden, insofern das Interesse an der echten Goldrute (Solidago virgaurea) besteht. Relativ selten werden frische Pflanzen angeboten. Meist handelt es sich um spezielle Züchtungen, die später im Garten als Schnittblumen verwendet werden.

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