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Goldmelisse

Goldmelisse (Monarda didyma) - Merkmale, Anbau, Verwendung und Heilwirkung

Goldmelisse FotoDie Goldmelisse ist eine aus den USA eingeschleppte Pflanze, die häufig auch als scharlachrote Indianernessel bekannt ist. Die Pflanze ist bei vielen Gärtnern beliebt wegen ihrer charakteristischen roten Blütenpracht, die auch zahlreiche Insekten anlockt. Die Indianer nutzen die Goldmelisse bis heute als Heil- und Teekraut und vertrauen auf die antiseptischen Eigenschaften der Pflanze.

Pflanzenmerkmale und Systematik der Goldmelisse

Herkunft und Vorkommen der Goldmelisse

Die Heimat der Goldmelisse liegt im östlichen Nordamerika. Die auch als Indianernessel bezeichnete Pflanze kann heute wild zwischen British Columbia bis ins nördliche Mexiko gefunden werden. Meist wächst die Pflanze an Waldrändern, in Dickichten oder an frisch gerodeten Flächen. Die Goldmelisse ist sehr tolerant und ist häufig an feuchteren Standorten zu finden.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Goldmelisse durch den zunehmenden Seeverkehr nach Europa eingeschleppt und fand schnell Anklang als Nutz- und Zierpflanze in zahlreichen Bauerngärten. So lässt sich die Pflanze auch in Mitteleuropa gelegentlich wild finden.

Systematik von Monarda didyma

Die Goldmelisse (Monarda didyma) ist ein Vertreter der Lippenblütler. Sie gehört in der näheren Zuordnung zur Unterfamilie Nepetoideae, zu denen viele bekannte Gewürz- und Heilkräuter wie der Salbei, der Oregano oder der Thymian gehören. In der engeren Verwandtschaft zählt die Goldmelisse zu den Monarden (Monarda), von denen etwa 20 Arten bekannt sind. Weitere bekannte Monardenarten sind die Pferdeminze (Monarda punctata) und die wilde Bergamotte (Monarda fistulosa).

Bekannte synonyme Namen für Goldmelisse sind Indianernessel, Scharlach-Indianernessel sowie blutrote Bienenmelisse (angelehnt an die geläufige englische Bezeichnung beebalm).

Monarda didyma hat im Übrigen mit der Zitronenmelisse keine enge Verwandtschaft auf Gattungsebene, wenngleich beide zur selben Pflanzenfamilie gehören.

Merkmale der Goldmelisse

Die Goldmelisse ist eine typisch krautige Pflanze mit Wuchshöhen zwischen 60 und 150 cm. Im Boden bildet die Indianernessel ein dichtes Feinwurzelsystem aus, die aus meist hellbraunen bis senfgelben Wurzelhaaren besteht. Dieses Wurzelsystem stellt im botanischen Sinne jedoch ein Rhizomsystem dar, das der Pflanze vor allem für die vegetative Vermehrung dient.

Die Blätter der Goldmelisse sind lanzettlich bis spitz zulaufend und erreichen Längen von bis zu 13 cm. Der Blattrand ist auffällig gesägt und meist mit vielen feinen Drüsenhaaren besetzt. Die meist dunkelgrünen Goldmelissenblätter stehen sich gegenständig gegenüber. Der Stängel ist grünlich bis rötlich und bei älteren Exemplaren auffallend gefurcht.

Blätter der Goldmelisse (Monarda didyma)
Die spitz zulaufenden und deutlich gesägten Blätter der Indiandernessel ( Monarda didyma ) sind meist dunkelgrün gefärbt

Die Blüten der Goldmelisse erscheinen meist gleichzeitig in größeren Büscheln. Die Blütezeit ist in der Regel zwischen Juni und September zu erwarten. Während dieser Zeit bildet der aus Amerika stammende Lippenblütler scharlachrote Blüten aus, weshalb die Pflanze auch unter dem Namen Scharlachrote Indianernessel bekannt ist. Je nach Anbauzeit und Züchtung können auch rosane und violette Blüten entstehen. Die immer zwittrige Blüte ist stets der oberste Punkt der Pflanze. Auffallend sind die roten Hochblätter der Indianernesselblüte, die als Sonderform unter den Lippenblütlern gilt und im engeren Sinne Tragblätter sind.

Blüte der Goldmelisse (Monarda didyma)
Goldmelissenblüten sind sehr beliebt bei Bienen

Zur Fruchtreife entwickeln sich aus den Lippenblüten die für die Pflanzenfamilie typischen Nussfrüchte. Die Samen der Goldmelisse sind meist kleiner als 1 mm und haben eine leicht gerundete Form mit meist bräunlicher bis fast schwarzer Farbe.

Golmelisse – Aussaat, Anbau und Pflege

Standort: Die Goldmelisse ist grundsätzlich eine sehr anpassungsfreudige Pflanze. Sie bevorzugt sonnige Standorte und grundsätzlich milde Klimazonen, kann aber auch an halbschattigen Plätzen sowie in kühleren Gebieten gut überleben. Optimal sind zudem nährstoffreiche, durchlässige und lockere Böden mit einem schwachen bis nahezu neutralem pH-Wert (ca. 6 bis 7).

Aussaat: Die Aussaat der kleinen braunen Samen kann sich für Anfänger als recht schwierig erweisen. Damit die Samen zu keimen beginnen, wird sowohl etwas Kälte als auch Wärme benötigt. Im Freiland können gute Erfolge erzielt werden, wenn das Saatgut ab ca. Anfang bis Ende März im Freiland ausgesät wird. Eine vorhergehende Stratifizierung, also eine Kältbehandlung von etwa 2 bis 4 °C in einem Kühlschrank, kann der Keimungserfolg der Goldmelissensamen erhöhen. Die Stratifizierung sollte mindestens zwei Monate betragen. Wurden die Samen stratifiziert, kann das Saatgut auch erst ab April im Freiland oder alternativ auch im Topf auf dem Balkon ausgesät werden. Auf eine ausreichende Bewässerung (feucht, nicht nass) ist zu achten. Im Freiland sollte auf einen Pflanzabstand von etwa 25 x 25 cm je Pflanze geachtet werden.

Goldmelisse kann problemlos auch im Topf angebaut werden. Da die Pflanze jedoch mitunter größere Rhizome ausbildet, sollten Töpfe mit größerem Volumen (ab 10 Liter) verwendet werden.

Rosa Blütenfarbe bei der Goldmelisse
Durch gezielte Züchtung oder Kultivierung gewonnener Samen färben sich die Blütenköpfe meist von rot in rosa um

Düngung: Als mittelzehrende Pflanze benötigt die scharlachrote Indianernessel im Gegensatz zu vielen anderen Kräuter etwas mehr Nährstoffe. Im Freiland ist es oft von Vorteil, wenn der Boden vor der Aussaat mit einem guten Kompost oder einem Universaldünger mit nahezu gleichbleibendem NPK-Verhältnis behandelt wird. Bei Topfkulturen sollte im Abstand von vier bis sechs Wochen gedüngt werden, je nach Topfvolumen und vorhandener Blumenerde.

Gießen: Die Goldmelisse toleriert wie fast alle Monarden längere Trockenheitsperioden. Um gute Wachstumserfolge zu erzielen, sollte die Pflanze jedoch vor allem an sehr heißen und länger andauernden Sommertagen gründlich in den Abendstunden gegossen werden. Bei normaler Wetterlage genügt eine normale Bewässerung. Staunässe und zu nasse Böden sollten vermieden werden, da dies zu Wurzelschäden führen und den Befall mit Schädlingen begünstigt.

Überwinterung: Goldmelissen sind gut frosttolerant und vertragen Kälte bis -34 °C. Besondere Maßnahmen für die Überwinterung der Pflanze müssen nicht getroffen werden.

Vermehrung: Die Vermehrung der Indianernessel kann wahlweise über Samen oder vegetativ geschehen. Eine vegetative Vermehrung ist grundsätzlich einfacher. Möglich ist die Teilung des Wurzelstocks (Rhizom) oder von Ausläufern (Stolonen). Pflanzen, die über den Wurzelstock geteilt wurden, sollten für einige Zeit im Topf (bis zu zwei Wochen) kultiviert werden.

Krankheiten und Schädlinge: Bei ordentlicher Pflege ist die Pflanze gut gegen Schädlinge geschützt, wenngleich sie vor allem für den echten Mehltau anfällig ist. Bei ersten Anzeichen sollten die Pflanzen ausgedünnt und besser zirkuliert werden. Auch kann ein natürliches Antipilzmittel (z.B. Beinwelljauche, Brennnesseljauche) helfen.

Verwendung von Goldmelisse

Die Goldmelisse lässt sich wie nahezu alle Monardengewächse gut in der Küche und als Heilkraut verwenden.

Goldmelisse in der Küche

Als Gewürzkraut wird die Goldmelisse vor allem in den USA häufig verwendet. In erster Linie gilt sie dort als hervorragendes Teekraut, allerdings kann sie gut zur Zubereitung bzw. zum Würzen von Getränken, Salaten und hellen Fleischgerichten genutzt werden. Als Würzkraut für Saucen, Fleisch und Kartoffelspeisen ist die wilde Bergamotte (Monarda fistulosa) etwas besser geeignet.

Für knackige und schmackhafte Salate können die frischen Blätter und junge Sprossen der scharlachroten Indianernessel verwendet werden. Goldmelisse eignet sich sowohl für Gemüsesalate als auch für Obstsalate. Sie haben einen frischen, leicht zitrusartigen und minzartigen Geschmack. Goldmelissenblätter harmonieren übrigens hervorragend mit Pfefferminze.

Als Ersatz zu schwarzem Tee oder Pfefferminztee können die getrockneten Blätter und Blütenköpfe der Goldmelisse genutzt werden. Für einen Tee (250 ml) benötigt man entweder 2 Gramm des getrockneten Krauts oder eine halbe Hand voll frischer Blätter. Goldmelissentee war übrigens zur Zeit der Boston Tea Party ein günstiger und beliebter Ersatz für schwarzen Tee, da die Briten die Steuern auf Tee drastisch erhöht hatten und nur noch wenige Menschen sich Tee aus fernen Ländern leisten konnte.

Als Würzkraut passen die frischen oder getrockneten Blätter vor zu allem Enten- und Hühnchengerichten. Auch Currygerichte, die mal etwas extravaganter schmecken sollen, können mit Goldmelisse eine interessante Geschmacksnote erhalten.

Goldmelisse als Heilkraut

Die auch als scharlachrote Indianernessel bekannte Goldmelisse war den europäischen Heilkundigen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts kaum bekannt. Erst durch die großen Seerouten zwischen der neuen und der alten Welt kam die Pflanze auch bei Ärzten und Botanikern an.

Bis heute spielt die Goldmelisse in der europäischen Pflanzenheilkunde keine allzu große Rolle. In der indianischen Medizin hatte die Pflanze jedoch einen großen Stellenwert in der Behandlung von inneren und äußeren Erkrankungen. Die Medizinmänner der amerikanischen Ureinwohner nutzten die Monarden um beispielsweise Bienen fernzuhalten und um Infektionen und Entzündungen im Haut- und Mundbereich zu bekämpfen. Bekannt ist heute, dass die Indianer Umschläge zubereitet haben, die direkt auf die Haut und auf kleinere Wunden gelegt worden ist.

Die Blätter der Goldmelisse enthalten zahlreiche ätherische Ölverbindungen. Unter anderem finden sich Thymol, Terpinen und Cymen sowie die bioaktiven Komponenten Thymoquinon und Thymohydroquinon in den Zellen der Blätter und Blüten. Heute wird die Goldmelisse (Monarda didyma) sowie die wilde Bergamotte (Monarda fistulosa) mit folgenden Heilwirkungen in Verbindung gebracht:

  • antioxidativ
  • blähungswidrig
  • harn- bzw. ausschwemmungsfördernd (diuretisch)
  • stimulierend
  • Verbesserung der Blutzirkulation
  • leicht fiebersenkend (antipyretisch)
  • antiseptisch
  • wurmabtötend (anthelminisch)
  • schweißtreibend
  • schleimlösend
  • teilweise antiviral

Aufgrund der recht vielseitigen Heilwirkungen sowie der enthaltenden Inhaltsstoffe werden Goldmelissen in der Naturheilkunde heute überwiegend bei folgenden Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt:

  • akuter und chronischer Husten
  • grippale Infekte
  • Infektionen des Mund- und Rachenraums
  • Durchblutungsstörungen
  • Menstruationsstörungen
  • Blähungen
  • möglicherweise Herpes
  • Entzündungen und Infektionen des Urogenitaltrakts
  • Verdauungsschwäche
  • allgemeine Magen- und Darmbeschwerden

In einigen Ländern der Vereinigten Staaten wird die Goldmelisse vor allem zur Behandlung von grippalen Infekten mit Hustenbeteiligung verwendet. Empfohlen werden vor allem Goldmelissentees und Dampfbäder. Für eine Dampfbadkur werden frische Blätter bevorzugt eingesetzt, da sie wohl über ein größeres Wirkstoffspektrum verfügen. Grundsätzlich können die ätherischen Dämpfe eine Entlastung für die Atmungsorgane darstellen und vor allem gegen verstopfte Nasen und hartnäckigem Husten helfen.

In Zukunft könnte der in den Blättern und Blüten enthaltende Stoff Didymin erhöhte Aufmerksamkeit erhalten. Der zu den Flavonoiden gehörende Inhaltsstoff hat möglicherweise tumorhemmende und tumorprotektive Eigenschaften, die vor allem beim kleinzelligen Lungenkarzinom helfen können [2]. Didymin konnte in Laborversuchen den Zelltod von Tumorzellen einleiten. Die Forschung steht hier jedoch noch am Anfang, so dass aktuell keine belegbaren Aussagen zur Anwendung bei menschlichem Lungenkrebs getroffen werden können.

Nebenwirkungen und Anwendungshinweise: Die Goldmelisse ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. In der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollten aufgrund fehlender Datenlagen auf Anwendungen mit Monarden verzichtet werden.

Goldmelisse kaufen - Was gibt es zu beachten?

Die Goldmelisse ist eine aus den USA eingeschleppte Pflanze, die aufgrund ihrer schönen Blütenpracht durchaus eine gewisse Bekanntheit bei Kräuterliebhabern und Hobbygärtnern erlangt hat.

Frische Pflanzen können im Onlinehandel und sehr selten in gut sortierten Pflanzenfachmärkten oder Staudenmärkten erworben werden. Besteht die Möglichkeit die Pflanze anzusehen, sollte geprüft werden, ob sich Mehltauflecken auf oder unter den Blättern befinden. Die Pflanze neigt bei nicht sachkundiger Kultivierung zu einem Befall mit echtem Mehltau. Der botanische Name der Pflanze sollte genau geprüft werden. Mitunter werden nämlich nur allgemein Monarden als Indiandernessel verkauft. Neben der hier vorgestellten Goldmelisse kann alternativ die wilde Bergamotte (Monarda fistulosa) gewählt werden, die der Goldmelisse recht ähnlich ist.

Alternativ zu frischen Pflanzen können Samen online oder auf größeren Staudenmärkten gekauft werden. Die Preise für die Samen sind verhältnismäßig teuer. Allerdings ist bei guter Aufzucht keine weitere Anschaffung nötig, da sich Goldmelissen durch Wurzelstöcke und Stolonen einfach und schnell vermehren lassen.

Literaturhinweise

  • [1] Ricci, D. et al. (2017): The Essential Oil of Monarda didyma L. (Lamiaceae) Experts Phytotoxic Activity In Vitro against Various Weed Seeds. In: Molecules, Vol. 22, S. 1 – 10, doi:10.3390/molecules22020222
  • [2] Hung, J.Y. et al. (2015): Didymin, a dietary flavonoid glycoside from citrus fruits, induces Fas-mediated apoptotic pathway in human non-small-cell lung cancer cells in vitro and in vivo. In: Lung Cancer, Vol. 68, S. 366-374, doi: 10.1016/j.lungcan.2009.08.013.
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