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Dill

Dill (Anethum graveolens) - Merkmale, Anbau, Verwendung und Heilwirkung

Dill ist ein Gewürzkraut, das zu keinem Gericht so viel dazu gehört wie zu Fisch. Ursprünglich wurde Dill nur als Heilkraut verwendet, wie man anhand der Bedeutung des Namens Dill schließen kann. Das eigentlich aus dem Altenglischen stammende Wort „dylle“ wird mit beruhigen oder mildern übersetzt, bezugnehmend auf die blähungslindernde Wirkung von Dill.

Pflanzenmerkmale und Systematik des Dills

Herkunft und Vorkommen vom Dill

Dill ist eine markante krautige Pflanze, die bereits bei den Völkern der Antike für Speisen und Beschwerden eingesetzt. Das Kraut stammt vermutlich aus Südostasien, von wo aus es nach Süderuopa und schließlich Westeuropa eingeschleppt und kulvitiert worden ist. Dill wurde als Heil- und Gewürzkraut auch in den meisten Klostergärten angebaut.

Systematik von Anethum graveolens

Das Dillkraut gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Der Dill ist verwandt mit Kräutern wie Kerbel, Schafgarbe oder der Petersilie. Die Gattung der Dillgewächse (Anethum) besteht nur aus einer Art, die sich jedoch in verschiedene Unterarten aufteilt. Zu diesen Unterarten zählen der allseits bekannte Gartendill, der Ackerdill sowie der indische Dill.

Synonyme Namen des Dills: Dillkraut, Dillich, Blähkraut, Gurkenkümmel, Gurkenkraut, Kapernkraut, Kümmerlingskraut

Merkmale vom Dill

Der Dill ist einjährig und kann unter optimalen Bedingungen Wuchshöhen bis zu 1,30 Meter erreichen. Im Durchschnitt werden jedoch Höhen zwischen 30 und 80 cm erreicht. Dillkräuter sind typische Tiefwurzler mit auffallend schmalen und spindelförmigen Wurzeln. Die Sprossachsen (Stängel) der Pflanze weisen feine Rillen auf, die im inneren hohl sind und kleine bläulichgrüne Flecken aufweisen. Die Blätter des Dills sind auffällig gefiedert, weich und erinnern an kleine Nadeln. Die Blätter werden im ausgewachsenen Zustand zwischen 30 und 40 cm groß. Die Blätter verfügen über so genannte Ölgänge, die die ätherischen Öle der Pflanze speichern.

Dill blüht zwischen Juli und August und bildet, klassisch für die Familie zu der die Pflanze gehört, klassische Doldenstände in Form von Doppeldolden aus. Die Blütendolden werden im Durchschnitt zwischen 10 und 15 cm groß. Jede Dolde kann bis zu 25 kleine Blüten enthalten, die charakteristische gelbgefärbte Kronblätter enthalten. Die Blüten bilden Nektar aus und werden von Insekten (meistens Käfer) bestäubt. Aus den Blüten entwickeln sich braune Spaltfrüchte, die in zwei geflügelte Teilfrüchte zerfallen.



Dill aussäen und pflanzen

Dill ist eine einjährige Pflanze, die daher jedes Jahr neu ausgesät werden muss. Die Samen gehören zum Standardsortiment in Gartenmärkten und Pflanzencentern. Alternativ kann man Dillsamen selber sammeln, indem die braunen Samen der Vorjahrespflanze geerntet werden. Teilweise sät sich Dill von selbst aus, oder wächst wild, wie im Fall des Ackerdills.

Mit der Aussaat des Dills wird ab April im Freien begonnen, in der Wohnung auf der Fensterbank ab März. Da Dill ein Dunkelkeimer ist, sollten die Samen mit etwas Erde bedeckt werden und an einem Platz aufgestellt werden. Die optimale Keimtemperatur des Dills liegt bei etwa 10 °C. Geerntet wird Dill, sobald sich das erste kräftige Blattgrün zeigt. Damit die Pflanze weiterhin kräftig und buschig gedeiht, werden in der Vegetationszeit von Mai bis November immer nur die frischen, zarten Spitzen gepflückt.

Der Dill mag sonnige und leicht windgeschützte Standorte. Standorte die hohen Windeinflüssen ausgesetzt sind, können zum umknicken der filigranen Blatttrieben führen. Außerdem braucht Dill für sein Größenwachstum einen aufgelockerten Boden mit hohem Humusanteil, der gut durchfeuchtet sein sollte. Dill ist sehr empfindlich, was die unregelmäßige Wasserzufuhr betrifft und sollte regelmäßig gegossen werden.

Dill ist anfällig für Pilze und Wurzelschädlinge wie Wurzelnematoden und –gallenälchen, die vor allem Jungpflanzen befallen. Dill sollte daher nicht in der Nähe von Kartoffeln, Schnittlauch oder Gartenzwiebeln gepflanzt werden, da diese für Nematoden anziehend sind. Allerdings hält Dill auch Schädlinge wie den Kohlweissling sowie teilweise auch Blattläuse fern. Dill wird gern in Kombination mit Gurken, Tomaten oder mediterranen Kräutern wie Rosmarin, Thymian oder Salbei verpflanzt, da diese Kräuter als natürliches Schädlingsmittel wirken können.

Fällt die Dillernte üppig aus, bietet es sich an, das Dillkraut einzufrosten. Aroma und Geschmack bleiben erhalten, genau wie beim Trocknen. Auch wenn Dill sich als getrocknetes Kraut eignet, ist das Einfrieren zugunsten des Geschmacks vorzuziehen (siehe Kräuter richtig trocknen).

Dill und dessen Verwendung

Neben Fischgerichten wertet Dill mit seinem milden, eigentümlichen Geschmack auch zahlreiche Speisen auf, und sorgt nebenbei für eine gut funktionierende Verdauung


Dill in der Küche

Die Hochzeit der Dillernte liegt im Sommer. In zahlreichen Supermärkten liegen große Bündel mit Dillkraut – zumeist direkt neben Gewürzgurken. Dill ist ein traditionelles Gewürzkraut, das sich großer Beliebtheit als Aromageber beim Einwecken von Gurken erfreut – daher auch der Alternativname Gurkenkraut (nicht zu verwechseln mit Borretsch, der ebenfalls unter dem Synonym Gurkenkraut gehandelt wird).

Weit bekannter ist Dill in der Küche als Gewürzkraut für Fisch. Der milde, krautige und leichte Geschmack von feinen Dillspitzen harmoniert bestens mit zartem Fisch. Als besonders wohlschmeckend sind Fische wie Lachs, Forelle oder Zander, wenn sie zuvor mit einer Dillbeize bestrichen wurden. Dill wird dabei in Kombination mit Basilikum, Koriander, Zitrone, Pfeffer und Salz fein zerstoßen. Die Mischung wird dann auf den Fisch aufgetragen und muss dann für zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, bevor Sie letztendlich zubereitet wird.

Daneben wird Dill auch für zahlreiche Soßen, Salate und Suppen verwendet, oder einfach als dekorative Garnitur eingesetzt. Allerdings sollte Dill erst kurz vor dem Servieren oder zum Ende der Kochzeit hinzugeben werden, damit sich das ätherische Öl des Dills nicht verflüchtigt.

Wenn möglich sollten für die Zubereitung frische oder eingefrorene Blätter verwendet werden, da diese deutlich aromatischer sind, als die getrockneten Varianten.


Dill als Heilkraut

Dill ist in der Volksheilkunde eine altbekannte Heilpflanze. In der Antike wurde Dill für verschiedene Zwecke eingesetzt. Beispielsweise haben sich Gladiatoren und Schaukämpfer mit Dillöl eingerieben, da Dill als schmerzlindernd und wundheilend galt. Ebenso wurden die Kräuter im alten Äqypten für Beschwerden wie Kopfschmerzen verwendet.

In den Kräuterbüchern des Mittelalters wurde Dill für vielerlei Beschwerden genommen. Äußerlich wurde die Samen des Kraut zur Wundheilung verwendet. Außerdem wurde Dillöl wurde bei der Behandlung von Geschwülsten sowie allgemein zur Schmerzlinderung genutzt. Innerlich kam das Kraut v.a. bei Schwangeren zum Einsatz, die Schwierigkeiten mit der Milchbildung hatten. Dillsamen dort in Wasser oder Wein gesotten. Auch bei der Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden, wie Vollegefühl, Blähungen oder Durchfälle wurde Dill verwendet.



Dill als Heilkraut im Mittelalter

Eintrag Dill: Auszug aus dem Kräuterbuch von P.A. Matthioli

Bisher gibt es allerdings kaum klinische Studien, die sich weitergehend mit der Heilwirkung von Dill auseinander gesetzt haben, so dass eine schulmedizinische Bewertung der Heilwirkung bisher nicht gegeben werden kann. Grundsätzlich sind die in den Samen und Blättern enthaltenden Inhaltsstoffe jedoch durchaus reichhaltig an medizinische wirksamen Stoffen.

Dill wird in der Volksmedizin zwar nicht häufig verwendet, da es deutlich wirksamere Kräuter aus der Familie der Doldenblütler (u.a. Anis, Kümmel, Fenchel) gibt . Dill wirkt appetitanregend, krampflösend, teilweise antibakteriell und fördert die Verdauung. Die Samen, als auch die Blätter der Pflanze können für folgende Beschwerden verwendet werden:

  • Verdauungsbeschwerden (u.a. Blähungen)
  • Beschwerden des Milchflusses bei Müttern
  • Appetitlosigkeit
  • Sodbrennen (v.a. bei Reflux-Ösophagitis)
  • Schlaflosigkeit
  • Hämorrhoiden
  • Kopfläuse

Wie bereits weiter oben im Text erwähnt, ist Dill ein probates Heilkraut gegen Blähungen. Schon seit Jahrhunderten wird Dill als Heilkraut verwendet, um Magen-Darm-Problemen Linderung zu verschaffen. Die Samen des Krauts werden daher auch mitunter in Babytees beigemischt, um Blähungen zu lindern. Zudem ist die Pflanze dafür bekannt, den Milchfluß zu fördern, weshalb Dillkraut als Zutat für Stilltees zum Einsatz kommt.

Für die Zubereitung von Tees kommen werden ausschließlich die Samen verwendet. Einige Quellen empfehlen für die Linderung von Beschwerden zwischen 2,5 und 3 Gramm Dillsamen zu verwenden. Bei akuten Beschwerden wie Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sollte Dill nicht verwendet werden. Dillsaat schmeckt leicht süßlich und erinnert mitunter etwas an Fenchel.

Dill kaufen - Was gibt es zu beachten?

Dill schmeckt am besten, wenn es frisch gepflückt wurde. Beim Kauf von Dill als Topfpflanze sollten Sie deshalb darauf achten, dass die Dillspitzen kräftig grün sind und das für Dill typische Aroma bemerkbar ist. Viele schnell hochgezüchtete Pflanzen sind mitunter von minderwertiger Qualität. Pflanzen, die kräftig im Topf stehen, sind meist ein Zeichen für hervorragende Qualität.

Das gleiche gilt für Dill im Bund. Hängt das Dillsträußchen, ist die Ernte schon länger her oder der Dill wurde ohne Wasser gelagert. Mangelt es an frischem Dill, bietet sich Tiefkühldill an, der weitaus aromenreicher ist als die getrocknete Version.

Insofern Siegetrockneten Dill kaufen möchten, sollten ausschließlich Dillspitzen erworben werden. Einige kleinere Anbieter verkaufen durchaus das gesamte Kraut inklusive Stängel und teilweise mit Blüten. Solche Ware kann als hochgradig minderwertig betrachtet werden und ist das Geld nicht wert. Achten Sie bitte auch darauf, dass die Ware stets aromaversiegelt bzw. dicht verschlossen ist, da getrockneter Dill ohnehin schon aromaärmer als die frischen bzw. gefrorenen Kräuter sind.

Wer Samen für seinen Kräutergarten benötigt, kann durchaus auf eine große Vielfalt verschiedener Sorten blicken. Die häufigste Sorte ist wohl Dill Elefant, die eher spätblühend ist. Ebenfalls häufig sind die Sorten Tetra Dill und Vierling, wobei Tetra Dill als sehr ertragreich gilt. Mitunter wird auch die Unterart indischer Dill (Anethum graveolens L. subsp. sowa) angeboten, die jedoch als weniger aromatisch gilt als die Sorten des Gartendills (Anethum graveolens L. var. Hortorum). Der indische Dill ist dennoch ein hervorragendes Würzkraut mit kräftigem Geschmack, welches vor allem für die Zubereitung von indischen Speisen und Gewürzen ist, z.B. Currypulver.

Bildnachweise:
zweites Bild (Dillblüte): Peter Smola / pixelio.de
drittes Bild (Kartoffeln und Dill): Katharina Bregulla / pixelio.de

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