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Currykraut - Kräutersteckbrief

Currykraut - Merkmale, Anbau und Verwendung

Botanischer Name: Helichrysum italicum

Das Currykraut, welches auch als Immortelle oder Currystrauch bekannt ist, macht seinem Namen alle Ehre. Es riecht angenehm nach Curry und würzt Speisen wie Reis und Fleischgerichte. Doch auch als Heilkraut ist es schon seit langer Zeit bekannt, so dass es auch heute noch in der Naturheilkunde verwendet wird.

Pflanzenmerkmale und Systematik vom Currykraut

Herkunft und Vorkommen des Currykrauts

Das Currykraut ist in Mitteleuropa noch nicht allzu lange bekannt. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist heute in wilder Form vor allem in den Ländern Südeuropas, der Türkei, in Zypern sowie einigen Ländern Nordwest-Afrikas (Tunesien, Algerien, Marokko) anzutreffen. Dort wächst sie in der sogenannten Hartlaubvegetationszone (auch Macchie genannt). Weitere Namen, die mitunter verwendet werden, sind Currystrauch, Italienische Strohblume oder italienische Immortelle.

Systematik des Currykrauts

Das Currykraut (Helichrysum italicum) ist eine relativ unscheinbare Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist damit mit vielen anderen Kräutern wie der Ringelblume, dem Löwenzahn, Estragon, Kamille oder Stevia verwandt. Die Gattung Strohblumen (Helichrysum) ist mit mehr als 600 Arten sehr artenreich. Neben dem Currykraut, welches auch italienische Strohblume genannt wird, sind die Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) sowie die Lakritz-Strohblume (Helichrysum petiolare). Vom Currykraut selbst sind etwa sechs Unterarten bekannt, u.a. das Zwerg-Currykrauts (Helichrysum italicum ssp. serotinum).

Merkmale des Currykrauts

Das Currykraut ist ein immergrüner Halbstrauch, welcher Wuchshöhen bis zu 70 cm erreichen kann und in der Regel sehr buschig wächst. Die Pflanze ist mehrjährig und bevorzugt sonnige Standorte. Currykraut besitzt relativ schmale Wurzeln.

Die Blätter des Currykrauts haben eine silbrig-graue bis silbrig-grüne Farbe mit einer spitz zulaufenden lanzettlichen bzw. nadelähnlichen Form. Entfernt erinnern sie ein wenig an die Blätter des Lavendels oder des Rosmarins. Die Blätter enthalten viele ätherische Öle, die für den curryartigen Duft verantwortlich sind. Der Duft intensiviert sich nach frischem Regen. Die Sprossachse (Stängel) ist anfangs recht labil und verholzt mit zunehmendem Alter.

Der Currystrauch bildet relativ kleine und leuchtend-gelbe Blüten aus. Die Blütezeit ist meist zwischen Ende Juni und Mitte September, kann aber auch deutlich kürzer ausfallen. Die Blüten sind in einem traubigen Blütenstand angeordnet, die die körbchenartigen Teilblüten beinhalten. Aus den Blüten entwickeln sich Früchte, die braune, ovale Samen beinhalten.



Currykraut Aussaat und Pflege

Das Currykraut ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt sonnige bis vollsonnige Standorte. An den Boden stellt die Pflanze nur geringe Ansprüche. Sie benötigt sandige, wenig humose Böden, die eine gute Drainage aufweisen. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Stehen nur lehmige Böden zur Verfügung, empfiehlt es sich, einen guten Anteil an Sand unterzumischen, damit das Wasser gut abfließen kann.

Im Winter wird empfohlen, den Strauch an einem frostgeschützten Platz überwintern zu lassen. Auch wenn das Currykraut etwas winterhart bzw. frosttolerant ist, können sehr tiefe Temperaturen zu irreversiblen Frostschäden führen. Ein Rückschnitt im Herbst ist nicht zu empfehlen.

Die Aussaat gelingt am besten, wenn die Samen des Currykrauts im Winter (Mitte bis Ende Februar) in Töpfen auf der Fensterbank bzw. im Zimmergewächshaus vorgezogen werden. Für die Keimung der Samen werden Temperaturen um die 18 °C sowie ausreichend Licht benötigt. Das Currykraut ist ein Lichtkeimer. Daher müssen die Samen nur leicht in die Erde angedrückt und leicht bewässert werden. Die Erde sollte in der folgenden Zeit immer leicht feucht gehalten werden. In der Regel zeigen sich die Keimlinge innerhalb von 10 bis 14 Tagen.

Die Pflänzchen können ins Freie umpikiert werden, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Kultivierung im Topf auf dem Balkon oder in der Wohnung ist jedoch auch möglich, allerdings sollten dann Töpfe mit größerem Durchmesser gewählt werden, da die Pflanze sehr buschig wachsen kann. Wird die Pflanze im Gartenbeet kultiviert, sollten zwischen den einzelnen Pflanzen Abstände zwischen 30 und 35 cm eingehalten werden. Pflanzen, die sich mit dem Currykraut gut vertragen sind z.B. Thymian, Salbei, Lavendel und Bohnenkraut.

Das Currykraut benötigt in der Regel keinen Dünger. Insofern die Pflanze am selben Standort über mehrere Jahre wachsen soll, kann im Folgejahr etwas Kompost untergemischt werden oder ein spezieller Kräuterdünger verabreicht werden.



Currykraut und dessen Verwendung

Das Currykraut ist in deutschen Küchen nicht besonders groß verbreitet, dennoch ist die Pflanze ein durchaus lohnenswertes und hochwertiges Gewürzkraut. Das gleiche gilt für die Verwendung als Heilkraut. Es wird kaum verwendet, hat jedoch einige interessante Eigenschaften, die für die Linderung bestimmter Beschwerden sehr vorteilhaft sind.

Currykraut in der Küche

Grundsätzlich sollte man das Currykraut nicht verwechseln mit dem Gewürz Curry. Damit hat es nämlich nicht mal entfernt etwas zu tun. Currypulver ist eine Gewürzmischung (u.a. Koriander, Pfeffer, Kardamom, Muskatnuss, Kreuzkümmel) , woraufhin das Currykraut seinen Namen aufgrund des typischen Geruchs nach Curry erhielt. Nichtsdestotrotz ist der Geschmack verhältnismäßig ähnlich, allerdings kommen auch Noten von Salbei hinzu. Insgesamt ist der Geschmack recht intensiv und angenehm bitter.

Currykraut passt zu vielen Gerichten. Relativ bekannt ist die Verwendung für Reisgerichte, die dem Reis einen sehr interessanten und curryähnlichen Geschmack verleihen. Auch Nudelgerichte, Paella, Gemüsegerichte, Suppen und Fleischgerichte (v.a. Lamm, Hühnchen), die mit Currykraut gewürzt sind, können eine delikate Abwechslung sein. Im Internet finden sich mittlerweile auch viele exotische Rezepte mit Currykraut, die laut Bewertungen recht großen Anklang finden.

Bei der Zubereitung können entweder die Blätter fein gehackt werden oder ganze Zweige verwendet werden. In Gerichten, die mit Zweigen gekocht werden, sollten die Zweige des Currystrauchs vor dem Verzehr unbedingt entfernt werden, da es sonst zu Magenbeschwerden kommen kann. Auch übermäßiger, täglicher Genuss von Currykraut sollte vermieden werden.

Currykraut sollte am besten frisch verwendet werden, aber auch getrocknetes Kraut eignet sich durchaus noch für die Verwendung als Küchenkraut. Wer frisches Currykraut verwendet, sollte darauf achten, die Blätter und Zweige vor der Blüte zu ernten. Nach der Blüte verlieren die Blätter stark an Aroma.

Currykraut als Heilkraut

Das Currykraut ist den Griechen und Römern als Heilkraut schon seit der Antike bekannt. Auch in den Kräuterbüchern des Mittelalters wurde die Pflanze als Helichrysum erwähnt, allerdings war über ihre Heilkraft zu der Zeit nur recht wenig bekannt.

Im Kräuterbuch von P.A. Matthioli wurde das Kraut vor allem gegen Schlangenbisse, Harnproblemen und scheinbar für diverse Frauenleiden verwendet. Empfohlen wurde das Currykraut darüber hinaus gegen Mottenbefall.



Auch heute findet das Currykraut aufgrund seiner reichhaltigen Inhaltsstoffe in der Volksmedizin sowie bei naturheilkundlichen Verfahren Anwendung. Die Pflanze besitzt wundheilende, entzündungshemmende, fungizide, antibakterielle, schleimlösende, krampflösende und entspannende Eigenschaften. Typische Anwendungsgebiete des Currykrauts sind:

  • Wundreinigung
  • Linderung von Erkältungskrankheiten (Husten, Bronchitis)
  • Beschwerden der Lymphgefäße
  • leichte Depressionen
  • nervöse Unruhezustände
  • Hautprobleme (Jucken, Verunreinigungen, Ekzeme)
  • Prellungen
  • Hämorrhoiden

Gelegentlich empfohlen wird die Zubereitung eines Tees aus Currykraut, der vor allem bei Erkältungsbeschwerden angewendet werden kann. Hierzu werden allerdings eher die Blüten als die Blätter verwendet. Für die Zubereitung von 250 ml Currykraut-Tee werden etwa 1 bis 2 Teelöffel Currykraut-Blüten benötigt, die mit kochend heißem Wasser übergossen werden. Der Tee muss dann für etwa 7 Minuten ziehen. Der Tee sollte zweimal täglich, am besten morgens und abends, getrunken werden.

Für die Behandlung von Hautkrankheiten, Hautirritationen oder leichten Sonnenbränden werden gelegentlich auch Salben auf Basis von Currykraut hergestellt. Die in der Pflanze enthaltenden ätherischen Öle und Flavonoide sind für die heilende Wirkung verantwortlich.

Currykraut wird gelegentlich auch in kosmetischen Produkten (Naturkosmetik) wie z.B: Feuchtigkeitssprays verwendet.

Currykraut kaufen – Was gibt es zu beachten?

Currykraut gibt es im Handel meist nur als frische Pflanze. Viele Pflanzencenter, Onlinehändler und einige Baumärkte bieten zur Saison ausgewachsene Currykraut-Pflanzen an. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Erde in der die Pflanze steckt, nicht zu nass ist. Die Blätter sollten außerdem nicht hängen und die typische silbrig-graue Farbe aufweisen. Schädlinge sind beim Currykraut nur selten zu beobachten. Beim Kauf sollte strikt auf den botanischen Namen (Helichrysum italicum) geachtet werden. Einige Händler bieten andere Arten der Familie Helichrysum als Currykraut an, was zu Enttäuschungen führen könnte.

Saatgut ist nur selten erhältlich und wenn, dann meist nur über den Onlinehandel zu beziehen.

Relativ selten lässt sich auch das ätherische Öl des Currykrauts erwerben, welches vor allem für kosmetische Anwendungen oder Parfüms verwendet wird. Echtes ätherisches Öl ist sehr teuer und kostet meist über 400 EUR pro 100 ml. Meist wird dieses Öl als Immortellenöl verkauft.

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