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Brahmi

Brahmi - Merkmale, Anbau und Verwendung

Botanischer Name: Bacopa monnieri

Brahmi - auch kleines Fettblatt oder Wasserysop bezeichnet - ist eine in West- und Mitteleuropa noch relativ unbekannte und unscheinbare Pflanze, der jedoch eine große Heilwirkung zugeschrieben wird. Das häufig in der ayurvedischen Medizin verwendete Heilkraut soll vor allem leistungssteigernd auf das Denkvermögen wirken und das Kurz- und Langzeitgedächtnis fördern.

Pflanzenmerkmale und Systematik von Brahmi

Der Brahmi ist in vielen Ländern Asiens eine altbekannte Heilpflanze. Die Pflanze wird bei uns auch als kleines Fettblatt bezeichnet.

Herkunft und Vorkommen von Brahmi

Der Brahmi kommt ursprünglich aus Süd- und Südostasien (u.a. Indien, Nepal, südliches China, Vietnam). Die Pflanze ist dort vorrangig in umpfigen Gebieten anzutreffen. Sie kommt sowohl im Flachland als auch in Höhen bis zu 1400 Metern vor. Wild ist die kleine Kräuterpflanze u.a. in einigen kleineren Feuchtgebieten der USA (Florida, Texas, Hawaii) anzutreffen. Brahmi wird aufgrund seiner Heilwirkungen in vielen Ländern kultiviert. Hauptanbauländer sind China und Indien.

Systematik von Bacopa monnieri

Brahmi (Bacopa monnieri) bzw. Kleines Fettblatt gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und ist damit verwandt mit bekannten Heilkräutern wie dem Spitzwegerich oder Breitwegerich. In der näheren Verwandtschaft gehört der Brahmi zur Gattung der Fettblätter (Bacopa), die in ihrer Gesamtheit etwa 70 Arten umfasst. Nahezu alle dieser Arten sind in tropischen oder subtropischen Gebieten der Erde anzutreffen.

Merkmale von Brahmi (Kleines Fettblatt)

Brahmi, bzw. das kleine Fettblatt oder Wasserysop, ist eine kriechende, mehrjährige Pflanze, die von der Gestalt wie eine kleine Sukkulente wirkt. Der Brahmi ist nicht winterhart. Die Pflanze bleibt im Laufe ihres Lebenszyklus recht klein und erreicht Wuchshöhen von maximal 15 cm.

Die dunkelgrünen Blätter des Brahmis sind klein, dicklich bis fleischig (daher auch kleines Fettblatt) und rund. Weder Sprossachse noch Blätter weisen eine Behaarung auf. Die Blätter liegen direkt am Stängel an und sind gegenständig angeordnet. Die Größe der Blätter variiert zwischen 0,5 bis etwa 2 cm.



Die weißen bis zartblauen Blüten stehen jeweils einzeln über den Blättern und verströmen einen angenehmen Geruch. Die Blüte besteht aus fünf Kronblättern. Die Blüten erscheinen meist zwischen dem späten Frühjahr und bleiben bis zum späten Sommer. Im Ursprungsgebiet blüht der Brahmi ausdauernd, meist vom Frühjahr bis zum Herbst. Aus den Blüten entwickeln sich zur Zeit der Fruchtreife elliptische, kleine, etwa 5-6 mm lange Kapselfrüchte.



Brahmi aussäen und pflanzen

Brahmi ist eine bei uns nicht heimische Pflanze und ist normalerweise an tropische bis subtropische Bedingungen angepasst. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit hohen Temperaturen, toleriert aber auch Temperaturen um die 19 °C. Brahmi ist vorrangig in Sumpfgebieten anzutreffen und liebt daher feuchte, humose und nährstoffreiche Böden.

Der einfachste Weg die Pflanze zu vermehren ist die Teilung. Hierfür muss einfach nur ein beblätterter Stängel abgeschnitten werden. Das abgeschnittene Ende kommt dann in einem mit Wasser befülltem Behälter, wo es dann innerhalb kurzer Zeit Wurzeln ausbildet.

Will man Brahmi aus Samen kultivieren, sollte die Aussaat im Frühling geschehen. Da das Saatgut recht hohe Keimtemperaturen verlangt, muss die Pflanze in einem Zimmergewächshaus / Minitreibhaus vorkultiviert werden. Die Samen sind Lichtkeimer und sollten etwa 0,5 cm in die Aussaaterde gedrückt werden. Als Aussaaterde empfiehlt sich nährstoffarme, organische Erden mit höheren Torfanteil.

Die Pflanze bevorzugt Unterhitze, weswegen Standorte an Fensterbänke unter denen sich eine Heizung befindet besonders geeignet sind. Insofern die richtigen Keimbedingungen vorliegen, entwickeln sich aus den kleinen Samen recht schnell die Keimlinge (etwa 14 Tage). Insofern die Pflanzen in Anzuchttöpfen keimen, sollten die Keimlinge recht schnell in größere Gefäße umpikiert werden. Nach dem Umpikieren unbedingt reichlich gießen.

Eine Aussaat und Kultivierung im Freiland ist nicht zu empfehlen, da die Pflanze nicht winterhart ist und keinerlei Fröste toleriert. In den warmen Monaten kann die Pflanze allerdings in kleinen Kübeln im Garten gehalten werden. Zum Überwintern sollte ein heller und warmer Überwinterungsplatz gewählt werden. Optimal gestalten sich Räume, die eine hohe Luftfeuchtigkeit haben (i.d.R. Badezimmer). Die Pflanze muss das ganze Jahr über immer gut bewässert werden, stellt ansonsten jedoch nur wenige Ansprüche. Die Pflanze ist an hohe Temperaturen gewöhnt. Dauerhafte Temperaturen unter 17 °C können dem Brahmi schaden. Die Pflanze kann sehr gut in Aquarien gehalten werden und verträgt dort Temperaturen bis zu 30 °C.

Ernte: Die Blätter des Brahmi können das ganze Jahr über geerntet werden. Zur Zeit der Überwinterung sollten jedoch nur so wenig Blätter wie möglich gezupft werden, da die Pflanze in den Wintermonaten unter Stress steht. Die Blätter können getrocknet werden. Optimal ist das Abschneiden in kleinen Sträußen, die zusammengebunden an einem trocknen Standort (ohne volle Sonne) getrocknet werden können. Die getrockneten Pflanzeteile können geschnitten, gerebelt oder zu Pulver zermahlen werden. Konservierte Brahmiblätter oder Brahmipulver sollte stets dunkel und an trockenen Orten aufbewahrt werden. Gut geeignet sind Braunglasflaschen.

Brahmi und dessen Verwendung

Brahmi wird überwiegend als Heilpflanze verwendet. Da die Blätter der "Gedächtnispflanze" allerdings auch roh gegessen werden, gibt es auch eine Verwendung in der Küche.

Brahmi der Küche

Brahmi ist in der deutschen Küche noch nahezu unbekannt. Die kleinen Blätter eignen sich durchaus als Zutat für knackige Salate. Die Blätter schmecken leicht bitter und sollten nur sehr sparsam verwendet werden.

Als Würzkraut ist Brahmi ansonsten nicht weiter verwendbar. Beim Kochen werden die Inhaltsstoffe außerdem weitestgehend zerstört.

Seit einiger Zeit werden einige Energydrinks mit Brahmiextrakten hergestellt. Sie werden u.a. als Getränk zur Gedächtnissteigerung sowie zur Verringerung von Müdigkeitserscheinungen vermarktet.

Brahmi als Heilkraut

Brahmi ist wissenschaftlich mittlerweile gut untersucht. Die Pflanze hat ein recht breites Wirkungsspektrum und wird in erster Linie gegen Müdigkeit, zur Leistungssteigerung sowie zur Verbesserung der Gehirnfunktion eingesetzt. Die Blätter der Pflanze haben u.a. folgende Wirkungen auf unseren Organismus:

  • hormonstimulierend
  • antioxidativ
  • neuroprotektiv
  • antipyretisch (fiebersenkend)
  • beruhigend
  • entzündungshemmend
  • angstlösend
  • leistungssteigernd

Das kleine Fettblatt ist eine in der ayurvedischen Medizin seit langem genutzte Pflanze und wird dort v.a. zur Intelligenzsteigerung sowie zur allgemeinen Verbesserung der Gedächtnisleistung von Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis verwendet. Tatsächlich konnten wissenschaftliche Studien [1] nachweisen, dass Brahmi einen signifikanten Einfluss auf das Lernvermögen ausübt. Verantwortlich sind hierfür vermutlich die enthaltenden Saponine, allem voran Bacosid a und Bacosid B. Die Ergebnisse zeigten positive Veränderungen in der Lernbereitschaft sowie in der Beschleunigung der Informationsverarbeitung sowie in der Vermindung von Ängsten. Um diese Ergebnisse zu erreichen wurde 12 Wochen lang genau 300 mg Bacopa-Extrakt eingenommen.

Brahmi wird aufgrund seiner Eigenschaften als Anti-Aging-Kraut verwendet, was durch die Förderung der kognitiven Fähigkeiten trotz des Alterungsprozesses zu erklären ist. In einer randomisierten Studie mit Menschen, die im Durchschnitt 73,5 Jahre alt waren, konnte dies auch wissenschaftlich belegt werden [2].

Weitere Anwendungsgebiete des Brahmikrauts sind Hautentzündungen, Bluthochdruck, Schlafprobleme und Wassereinlagerungen.

Brahmi kann als Frischkraut zur täglichen Ernährung oder aber als getrocknete Blätter oder Pulver verwendet werden. Für die Zubereitung eines Brahmi-Tees werden etwa 1 Teelöffel Brahmiblätter (gehäuft) mit warmen Wasser übergossen und für etwa 15 Minuten ziehen gelassen. Empfohlen werden zwei bis drei Tassen täglich. Mehr als drei Tassen sollten bei langfristigem Konsum nicht getrunken werden.

Zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit werden auch Brahmi-Extrakte angeboten. Diese Extrakte sollten als Kur zwischen 6 und 8 Wochen eingenommen werden, wobei die tägliche Menge (analog den oben genannten Studien) 300 mg nicht überschritten werden sollte.

Der Saft des Brahmis wird häufig zusammen mit anderen Pflanzen wie indischem Kalmus und kleinem Galgant in einer medizinischen Butter verarbeitet, die in Indien als Pirami Ney bezeichnet wird. Diese Butter soll gegen nervöse Unruhezustände, gegen Krampfleiden, gegen Delirium und Gedächnisschwäche helfen.

In einigen Abhandlungen wird erwähnt, dass Brahmi ein mögliches Antikonvulsivum (Mittel zur Behandlung von epileptischen Anfällen) darstellen könnte [3]. Zudem wirkt Brahmi bei einigen Pilzen als Antifungizid, z.B: Alternaria alternata und Fusarium fusiformis (beides Schimmelpilze). Für dieses Effekt wird die enthaltende Betulinsäure verantwortlich gemacht [4].

Nebenwirkungen: Brahmi enthält einige Alkaloide, die chemisch eine Ähnlichkeit mit Strychnin haben und in hohen Dosen toxisch sind. Eine Überdosierung über einen langen Zeitraum sollte daher vermieden werden. Bei gleichzeitigem Konsum von Kaffee, können mitunter Überreaktionen und eine gesteigerte Schreckhaftigkeit auftreten.

Brahmi kaufen - Was gibt es zu beachten?

In einigen ausgewählten bzw. größeren Pflanzencentern können Brahmipflanzen gekauft werden. Da die Pflanze dazu tendiert ein Trend zu werden, ist davon auszugehen, dass auch kleinere Märkte in Zukunft die Pflanze anbieten werden. Die Pflanze wird gern als Zierpflanze gehalten und relativ robust. Viele Onlinehändler und Onlinemarktplätze bieten ebenfalls Brahmi an. Beim Kauf sollte dringend darauf geachtet werden, dass die nicht den Wassernabel (Gotu Kola) kaufen; dieser wird mitunter auch als Brahmi bezeichnet, hat aber mit dem hier beschriebenen Brahmi (Kleines Fettblatt) nichts zu tun.

Pflanzenliebhaber, die die Pflanze durch Samen aufziehen möchten, werden etwas länger suchen müssen, da nur sehr wenige Anbieter derzeit Brahmi-Samen anbieten. Die meisten größeren Saatguthersteller bieten derzeit keine Samen an. Fündig kann man bei einigen Bio-Saatgut-Herstellern werden.

Verbraucher, die sich ausschließlich für die wirksamen Bestandteile interessieren können auch fertiges Brahmi-Pulver kaufen. Der Geschmack dieses Pulvers wird als sehr bitter empfunden, weshalb die Einnahme als Tee oder mit Wasser verdünnt empfohlen wird.

Literaturnachweise

  • [1] Stough, C. et al. (2001): The chronic effects of an extract of Bacopa monnieri (Brahmi) on cognitive function in healthy human subjects. In: Psychopharmacology, Vol. 156, DOI:10.1007/s002130100815
  • [2] Calabrese, C. et al. (2008): Effects of a standardized Bacopa monnieri extract on cognitive performance, anxiety, and depression in the elderly: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. In: J Altern Complement Med, Vol. 14, S. 707-713. DOI: 10.1089/acm.2008.0018
  • [3] Shikha, S., Nidhi, M., Upama, M. (2009): Bacopa monniera - a Future Perspective. In: International Journal of Pharmaceutical Sciences and Drug Research, Vol. 1, Nr. 1, S. 154-157
  • [4]Bammidi (2011): A review on Pharmacological Studies of Bacopa monniera. In: Journal of Chemical, Biological and Physical Sciences, Vol. 1, Nr. 2, E- ISSN: 2249 –1929

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