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Basilikum - Kräutersteckbrief

Basilikum - Merkmale, Anbau und Verwendung

Botanischer Name: Ocimum basilicum

Basilikum

Der Basilikum ist wohl eines der bekanntesten und beliebtesten Kräuter, welches wohl in den meisten Küchen vorrätig sein wird. Viele italienischen Gerichte, wie z.B. Tomatensauce, Pasta, Pesto oder Pizza sind ohne Basilikum kaum wegzudenken. Doch nicht nur als Küchenkraut findet es Verwendung, sondern auch in der medizinischen Anwendung.

Pflanzenmerkmale und Systematik des Basilikums

Herkunft und Vorkommen des Basilikums

Der Basilikum kommt ursprünglich aus den Tropen Afrikas und Asiens. Heute ist die Pflanze nahezu in allen Teilen der Welt anzutreffen und wird entsprechend kultiviert.

Systematik des Basilikums

Der Basilikum zählt zur Familie der Lippenblütler bzw. zur Unterfamilie Nepetoidea und ist mit Kräutern wie Rosmarin und Salbei verwandt. Die Gattung Basilikum ist mit mehr als 60 Arten recht artenreich. Neben den uns bekannten Basilikum (Ocimum basilicum) sind die Arten Griechischer Basilikum (Ocimum minimum) und Indischer Basilikum (Ocimum sanctum) noch relativ gut bekannt.

Vom echten Basilikum gibt es zahlreiche verschiedene Sorten. Zu nennen sind hier u.a. die folgenden:

  • Feinblättriger Basilikum
  • Rotblättriger Basilikum (Dark Opal)
  • Horapa (Thai-Basilikum)
  • Zimtbasilikum
  • Anisbasilikum
  • Neapolitanischer Basilikum
  • Zitronenbasilikum

Merkmale des Basilikums

Basilikum ist eine typische krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 und 60 cm erreichen. In ihrer natürlichen Umgebung ist der Basilikum meist mehrjährig, bei uns hingegen aufgrund der Wetterbedingungen meist nur einjährig. Das beliebte Küchenkraut bildet häufig recht tiefe und eher schmale Wurzeln aus, die hellbrauner bis dunkelbrauner Farbe sein können.

Die Blätter des Basilikums sind eiförmig und im Vergleich zu vielen anderen Kräutern optisch sehr markant. Die Oberfläche der Blätter ist bei vielen Basilikumsorten leicht nach oben gewökbt. Je nach Sorte können die Blätter bis zu 6 cm lang und 4 cm breit werden. Der unverwechselbare und markante Duft wird durch die zahlreichen Öldrüsen der Blätter ausgeströmt. Diese enthalten die ätherischen Öle, die durch Verflüchtigung als Duft wahrnehmbar sind. Die Pflanze kann unter guten Voraussetzungen sehr buschig wachsen.

Der Basilikum blüht vorrangig zwischen Juni und September und bildet relativ unscheibare Blüten aus. Die Blüten sind meist weiß bis zartrosa und symmetrisch (zygomorph). Es handelt sich um typische Lippenblüten, die in einer oberständigen Blütenähre angeordnet sind. Im Anschluss bilden sich aus den Blüten die für die Pflanzenfamilie typischen Klausenfrüchte aus, wobei jede Klause einen Samen enthält.


Blüte von Basilikum

Basilikum aussäen und pflanzen

Das Kraut ist ein Lichtkeimer, welches einen sonnigen, warmen und windgeschützten Standort bevorzugt. Basilikum bevorzugt nährstoffreiche und durchlässige Böden. Für einen prächtigen Wuchs auf lehmigen Boden, empfiehlt es sich den Standort des Basilikums mit Zuschlagstoffen etwas zu lockern. Hier eignen sich vor allem Bims und Lava in kleinerer Körnung, die dem Boden oder der Erde untergemischt werden.

Mit der Aussaat des Basilikums sollte Anfang bis Ende März begonnen werden. Die Basilikum-Samen sollten bei etwa 20-25 °C in einer Schale oder Glasbehälter vorgezogen werden. Die Erde sollte immer etwas feucht sein. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Samen und die Erde nicht zu feucht sind, da sonst die Gefahr des Schimmelns besteht. Auch sollte eher mit einer Sprühpistole gegossen werden, da die zarten Keimlinge Anfangs sehr instabil sind. In der Regel keimen die Sämtlinge innerhalb von 1 bis 2 Wochen und können pikiert werden, sowie die Keimblätter vollständig ausgebildet sind.

Düngung: Im Freiland muss der Basilikum nur selten gedüngt werden, insofern der Boden nährstoffreich ist und zuvor mit etwas Kompost durchmischt wurde. Bei Topfkulturen empfiehlt es sich die Pflanze etwa alle 4 Wochen zu düngen. Gut geeignet sind handelsübliche Kräuterdünger oder organische Flüssigdünger mit geringen Phosphoranteilen.

Gießen: Basilikum braucht während der Sommermonate durchaus einiges an Wasser. Die Erde sollte nie vollständig austrocknen, da sich die Pflanzen unter Umständen nicht mehr vollständig erholen können oder unerwünschterweise in die Blütephase übergehen können. Die Erde sollte nach Möglichkeit immer leicht feucht, jedoch nicht nass sein. Zu viel Feuchtigkeit bis hin zur Staunässe führt zur Bildung von Pflanzenkrankheiten bis hin zur Wurzelfäule.

Basilikum und dessen Verwendung

Basilikum ist eines der vielseitigsten Kräuter, die für eine ganze Reihe verschiedener Anwendungen genutzt werden kann. Das Kraut hat neben seiner Funktion als Küchenkraut auch Verwendung in der Heilkunde.

Basilikum in der Küche

Basilikum kann für sehr viele Speisen und Gerichte verwendet werden. Sein aromatischer, leicht süßlicher und etwas pfeffriger Geschmack ist vor allem in der italienischen Küche sehr beliebt. Es kann in Saucen, zu Fischgerichten, für Kräuterpestos, zu Nudelgerichten als auch zu Salaten verwendet werden. Frischer Basilikum harmoniert perfekt mit Tomaten, Zucchini oder Aubergine.


Tomatenbruschetta mit Basilikum

Tomaten schmecken hervorragend mit Basilikum (hier Bruschetta)

Neben dem mediterranen Basilikum gibt es noch zahlreiche andere Basilikumsorten und -arten, die vor allem in der südasiatischen Küche eingesetzt werden. Beispielsweise zählt der Thai-Basilikum zu einem der beliebtesten asiatischen Kräuter. Vor allem Glasnudelgerichte, Suppen und zahlreiche Salatewerden damit gewürzt und erhalten so ihren typischen Geschmack.

Beim Verzehr sollte Basiilkum möglichst frisch verwendet werden, da dessen Aromastoffe nach Erhitzen allmählich verloren gehen. Beim Kochen von Speisen wird demnach empfohlen den Basilikum erst nach dem Kochen, Braten oder Backen beizufügen.

Basilikumblätter lassen sich auch trocknen und einfrieren. Einfrieren ist in jeder Hinsicht jedoch die besserer Variante, da der Basilikum beim Trocknen sein Aroma nach und nach verliert. Getrocknete und zerhackte Basilikumblätter sollten in einen aromaversiegelten Gefäß aufbewährt werden. Basilikum kann auch in neutralen Ölsorten, wie z.B. Olivenöl, eingelegt werden. Auch bei dieser Konservierungsart hält sich das Aroma vorzüglich.

Basilikum als Heilkraut

Basilikum hat auch eine Reihe positiver medizinischer Eigenschaften. Hier zählen vor allem die Linderung von Blähungen, die Linderung von Halserkrankungen und Erkältungen sowie als Mittel gegen Fieber und Stress. Basilikum wird hier häufig als Tee oder pur verabreicht.

Basilikum besitzt eine Vielzahl heilkundlich wirksamer Stoffe, darunter u.a. Linalool und Campher. Das Kraut besitzt blutdrucksenkende, entzündungshemmende, analgetische und entkrampfende Eigenschaften.

Basilikum ist als Heilkraut bereits seit der Antike bekannt und wurde gegen vielerlei Beschwerden eingesetzt. Im Gart der Gesundheit wurde das Kraut gegen Hörbeschwerden, "Schwindeln des Hauptes", Übelkeit und als Mittel "nach der Geburt" verwendet. Im Kräuterbuch von Matthioli wurde das Kraut sogar bei Herzleiden oder bei "Ohnmacht" verwendet. Äußerlich wurde der Basilikum meist zur Behandlung von Warzen sowie bei der Behandlung von Schrunden (eingerissene Haut) verabreicht.


Beschreibung des Basilikums als Heilkraut

Beschreibung des Basilikum im Kräuterbuch von P. A. Matthioli

Basilikum kaufen - Was gibt es zu beachten?

Beim Einkauf von Basilikum sollte in erster Linie die Qualität beachtet werden. Basilikumsorten mit hoher Qualität zeichnen sich durch reichhaltigen Blattwuchs, aromatischem Duft und satten grünen Farben auf. Meistens sind Pflanzen aus dem Supermarkt hochgezüchtet, d.h. unter Zugabe hoher Düngerdosen innerhalb kurzer Zeit verkaufsfertig produziert. Hier finden sich häufig deutliche Qualitätsunterschiede gegenüber Pflanzen von Gartencentern oder Pflanzenzüchtern. Achten Sie beim Kauf von Pflanzen vor allem auf Vergilbungen und Flecken, die häufig von Pflanzenviren bzw. Pilzen verursacht werden.

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