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Ashitaba

Ashitaba (Angelica keiskei ) - Merkmale, Anbau, Verwendung und Heilwirkung

Die Ashitaba ist eine im europäischen Raum noch recht unbekannte Heilpflanze. Die auch als japanischer Engelwurz bezeichnete Art enthält einige vielversprechende Inhaltsstoffe, die helfen, Stress abzubauen, Muskel- und Gelenkschmerzen vorzubeugen und das Immunsystem zu stärken. Der charakteristische Milchsaft des Ashitabas wird in Japan sogar als Verjüngungsmittel verwendet.

Pflanzenmerkmale und Systematik von Ashitaba (japanischer Engelwurz)

Herkunft und Vorkommen von Ashitaba

Die Ashitaba ist eine aus Japan stammende Pflanze. Ihr ursprüngliches Herkunftsgebiet sind die Izu-Inseln, die in der Nähe der Hauptinsel Honshu liegen. Das Kraut wächst dort meist in Küstennähe. Der Name Ashitaba bedeutet im japanischen übrigens Morgenblatt.

In Deutschland wird das Kraut immer mehr in Kleingärten kultiviert. Wildbestände gibt es jedoch nicht.

Systematik des japanischen Engelwurzes

Ashitabi oder japanischer Engelwurz (Angelica keiskei) ist ein Vertreter der Doldenblütler (Apiaceae) und damit mit bekannten Kräutern wie Kümmel, Liebstöckel oder Dill verwandt. In der engeren Verwandtschaft gehört die Ashitaba zur Gattung der Engelwurzen (Angelica), die mit mehr als 200 Arten als artenreich gilt.

Bekannte weitere Arten aus dieser Gattung sind der Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) sowie der als Heilpflanze verwendete Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica).

Merkmale von Ashitaba

Das zu den Engelwurzen gehörende Kraut Ashitaba ist eine mehrjährige, winterfeste und recht robuste Pflanze. Unter optimalen Bedingungen kann das Kraut bis zu 1,10 Meter hoch werden, meist ist jedoch deutlich kleiner. Die hell- bis dunkelbraune Wurzel besteht aus einer recht starken Hauptwurzel, von der einige wenige Nebenwurzeln abgehen.

Die Blätter des Ashitaba-Krauts haben eine spitz zulaufende Form, sind hell- bis dunkelgrün und schwach bis mäßig gesägt. Bemerkenswert ist die schnelle Reproduktionsrate der Blätter. In der Regel erscheint an der Stelle eines geernteten Blattes am Folgetag ein neuer Spross. Charakteristisch ist zudem der im Spross enthaltende Milchsaft.

Zur Blütezeit, die meist zwischen Juni und Oktober stattfindet, wachsen weiße bis orange-farbene Blüten mit einem angenehmen, honigartigen Duft. Die Blüten sind in typischen Dolden angeordnet. In unserem Breiten ist die Dauer der Blüte jedoch meist nicht so lang andauernd.



Aussaat und Pflege von Ashitaba

Ashitaba wird bei vielen Kräuterkennern immer beliebter, weshalb mittlerweile sowohl Saatgut als auch Frischpflanzen angeboten werden. An die Aufzucht und Pflege werden jedoch einige Ansprüche gestellt.

Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen und warmen Standort mit lockeren, durchlässigen, humosen und nährstoffreichen Böden. Lehmige bis tonige Gartenböden sollten daher mit mineralischen Zuschlagstoffen wie Sand, Lava oder Zeolith durchlässiger gemacht werden. Sandige Böden sollten mit gutem Kompost vermischt werden.

Eine Kultivierung auf dem Balkon ist möglich. Geeignet sind hier vor allem Süd- und Südwestlagen. Als Substrat kann torffreie Blumenerde in Verbindung mit Sand genutzt werden. Torfhaltige Erden können unter Umständen auch verwendet werden, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass das Substrat nie vollständig austrocknet. Insofern die Pflanze für einen längeren Zeitraum in einem Gefäß stehen soll, werden Pflanztöpfe mit über 10 Liter Volumen empfohlen.

Die Aufzucht von Ashitaba aus Samen ist nicht ganz einfach. Für eine erfolgreiche Aufzucht sollten die Samen in einem vorwiegend mineralischen Substrat untergebracht werden. Optimal ist eine Mischung aus Sand und Kompost (alternativ Blumenerde) im Verhältnis 80:20. Möglich sind auch andere mineralische Zuschlagstoffe wie Vermiculit oder Lava. Das Saatgut sollte nur leicht in das Substrat gedrückt werden (Lichtkeimer!). Da die Pflanze ein Kalt- oder eher Kühlkeimer ist, sollten die Samen zur Anzuchtzeit Temperaturen von etwa 4 bis 10 °C ausgesetzt sein. Die Anzuchterde muss während der Keimphase immer feucht, aber nicht nass gehalten werden. Die Keimzeit kann mit 14 bis 30 Tagen relativ lang dauern.

Die Pflanze ist an vergleichsweise feuchte Standorte angepasst. Es ist daher erforderlich, die Ashitabapflanzen häufig zu gießen, so dass das Substrat bzw. der Boden immer leicht befeuchtet ist. Staunässe sollte jedoch vermieden werden, da sonst die Gefahr von Wurzelfäule besteht. Der Boden sollte niemals vollständig austrocknen.

Ashitaba hat einen recht hohen Nährstoffbedarf. Besitzer eines Gartens können alle ein bis zwei Monate einige Gaben frischen Komposts in den Boden einmischen. Gut geeignet sind auch stickstoffhaltige Dünger wie Hornspäne oder Rinderdung. Stehen keine organischen Dünger zur Verfügung können auch handelsübliche Kräuterdünger verwendet werden. Da mineralische Dünger jedoch meist in Nährstoffe in konzentrierter Form enthalten, sollte häufig (pro Monat), aber sparsam gedüngt werden.

Die Pflanze ist frosttolerant und kann im Winter an Ort und Stelle belassen werden. Bei sehr strengen Wintern sollte die Oberfläche mit etwas Reisig oder Laub geschützt werden.

Ashitaba (japanischer Engelwurz) und dessen Verwendung

Der japanische Engelwurz ist eine universell einsetzbare Pflanze und wird sowohl als Küchen- als auch als Heilkraut verwendet.

Ashitaba in der Küche

In der japanischen Küche werden sowohl die Blätter als auch die Stängel verwendet. Blätter und Stängel schmecken beide angenehm herb, wobei beim Verzehr der Stängel durch den Milchsaft ein öliger Geschmack wahrzunehmen ist.

Die Blätter des japanischen Engelwurzes können wie Spinat zubereitet werden. Die Stängel sowie die Blätter können auch als Gemüse gedünstet werden und ergeben mit Duftreis oder Wildreis ein sehr interessantes Gericht. Meist werden die Blätter und Stängel mit Knoblauch, Soja-Sauce und rotem Pfeffer gewürzt. Reis uns Ashitaba-Gemüse werden in der japanischen Küche gelegentlich mit gebratenem Thunfisch oder Dorade gegessen.

Liebhaber von Sushi können Ashitaba-Blätter auch als Zutat für eine Füllung verwenden. Die zerkleinerten Blätter werden dann in Verbindung mit Karotten, Essig, Zucker, Sesam und Reis gekocht und schließlich als Maki eingerollt.

Neben den frischen Blättern und Stängeln wird auch das getrocknete Pulver als Gewürz verwendet.

Ashitaba als Heilpflanze

Ashitaba ist in Japan eine altbekannte und sehr vielseitige Heilpflanze. Im deutschsprachigen Raum ist sie bisher noch relativ unbekannt, erfährt jedoch durch zahlreiche Medienberichte eine steigende Bekanntheit.. In antiken Kräuterbüchern des europäischen Raums war das Kraut unbekannt.

Die Pflanze hat tatsächlich viele medizinisch wirksame Bestandteile, die eine Nutzung als Heilkraut vertretbar machen. Die Heilwirkung von Ashitaba wird u.a. auf die enthaltenden Inhaltsstoffe Flavonoide, Cumarine und Chalcone zurückgeführt, die in ihrer Gesamtheit antibakterielle, wundheilende und antithrombotische Eigenschaften aufweisen. Die enthaltenden Chalcone sollen darüber hinaus einen vorbeugenden Effekt gegen bestimmte Herz-Kreislauferkrankungen (u.a. koronare Herzkrankheit) sowie Erkrankungen des Verdauungstrakts haben.

Spannend sind zudem die Ergebnisse einiger wissenschaftlichen Studien in Bezug auf die Behandlung diverser Krebserkrankungen sowie hinsichtlich der Krebsvorbeugung. In Laborversuchen konnten Lungenkrebszellen am Wachstum sowie an der Bildung von Metastasen gehindert werden [1]. Des Weiteren scheinen Extrakte des Ashitabas einen Schutz vor Hautkrebs zu bieten [2]. Verantwortlich für die krebsschützenden Eigenschaften sowie für eine mögliche Verwendung in der Krebstherapie sind die Chalcone Xanthoangelol und 4-Hydroxyderricin. Beide sind in der Lage, zumindest in Studien, den Zelltod von Krebszellen zu induzieren.

Das Heilkraut Ashitaba wird heute für eine Vielzahl unterschiedlicher Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Ashitaba wird verwendet zur Behandlung oder Linderung bei:

  • Cellulitis
  • Magenschleimhautentzündung
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • chronischer Hepatitis
  • Asthma
  • Fettleibigkeit
  • Schuppenflechte
  • koronare Herzkrankheit
  • nervöse Unruhezustände
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes

In der Heilkunde werden sowohl die Blätter, die den Milchsaft enthaltenden Stängel als auch eine Pulverdroge verwendet. Aus der Pulverdroge sowie aus den frischen Blättern kann Ashitaba-Tee zubereitet werden, wobei hier das Wasser nicht kochend heiß sein darf. Häufiger wird das Pulver aus der getrockneten Ashabi-Pflanze dem Essen beigefügt. Die Stängel werden mitunter pur gegessen oder so gelutscht, dass der Milchsaft herausgesogen werden kann.



Ashitaba wird in Japan oft auch für kosmetische Zwecke verwendet. Unter anderem wird es dort als Mittel gegen Cellulitis empfohlen und verwendet. Die im Ashitaba enthaltenden Chalcone können den bei Cellulitis häufig beeinträchtigten Blutkreislauf im Subkutangewebe anregen und somit tatsächlich eine Wirkung erzielen [3].

Ashitaba kaufen – Was gibt es zu beachten?

Ashitaba ist im Handel noch recht selten zu finden. Derzeit bieten nur wenige spezialisierte Kräuterversandhändler frische Pflanzen oder Samen an. Aufgrund der Seltenheit sowie der recht aufwändigen Aufzucht sind die Preise pro Pflanze noch recht hoch. Wichtig ist die botanische Bezeichnung, da weitere Angelica-Arten im Handel angeboten werden. Mitunter wird die Art Angelica sinensis fälschlicherweise als Ashitaba (Angelica keiskei) bezeichnet.

Wer nur wenig Erfahrung im Gärtnern oder Kultivierung von Pflanzen hat, sollte eher Frischpflanzen kaufen und entsprechend pflegen. Die Aussaat über Samen ist recht schwierig und bedarf einiger Vorkehrungen, für die Geduld und ein erfahrener grüner Daumen von Vorteil sind.

Sehr selten werden auf Onlineplattformen Extrakte oder Tinkturen von Ashitaba angeboten, die recht hochpreisig sind. Holen Sie sich hier bestenfalls Informationen zum Ursprung und zur Verarbeitung der Extrakte ein.

Literaturnachweise:

  • [1]: Kimura, Y. (2005): „New Anticancer Agents: In Vitro and In Vivo Evaluation of the Antitumor and Antimetastatic Actions of Various Compounds Isolated from Medicinal Plants”. In: in vivo, Vol. 19, S. 37-60
  • [2]: Akihasa, T. et al. (2003): Chalcones, coumarins, and flavones from the exudates of Angelica keiskei and their chemopreventive effects. In: Cancer Letters, Vol. 201, S. 133-137.
  • [3]: Nagata, J. et al. (2007): “Effects of Dietary Angelica keiskei in Serum and Liver Lipid Profiles and Body Fat Accumulation in Rats.” In: Journal of Nutritional Science and Vitaminology, Vol. 53, S. 133-137.
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