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Alant

Alant (Inula helenium) - Merkmale, Anbau, Verwendung und Heilwirkung

Foto vom AlantDer Alant mit seinen großen gelben Blütenköpfen stammt ursprünglich aus Anatolien und ist heute weit verbreitet. Die Wurzeln von Inula helenium, wie der Alant botanisch bezeichnet wird, werden in der Naturheilkunde vor allem gegen zahlreiche Lungenbeschwerden verwendet. Früher und vereinzelt auch heute galten kandierte Alantwurzeln als Delikatesse. Da die Pflanze jedoch ein nicht geringes Allergiepotenzial mit sich trägt, hat sich ihre Bedeutung als Küchenpflanze deutlich verkleinert.

Pflanzenmerkmale und Systematik vom echten Alant

Vorkommen des Alants

Das ursprüngliche Heimatgebiet des echten Alants ist die heutige Türkei sowie einige Gebiete entlang des kaspischen Meeres. Von dort aus verbreitete sich die Pflanze bis hin zum Mittelmeer, weswegen der Alant häufig auf wild in Spanien und Südfrankreich angetroffen wird. Da der Alant eine lange Tradition als Heilkraut hat, lässt er sich auch in Mittel- und Westeuropa gelegentlich verwildert antreffen. Meist ist er dort an halbschattigen Standorten in der Nähe von Brennnesselgesellschaften zu finden.

Systematik von Inula helenium

Der echte Alant (Inula helenium) gehört zur großen Pflanzenfamilie der Korbblütler zu der u.a. auch wichtige Heilkräuter wie der Löwenzahn, der Huflattich oder die Ringelblume zugeordnet werden. Die Gattung der Alante (Inula) zählt mehr als 100 Arten, von denen die meisten fast ausschließlich in Europa, teils auch im westlichen Asien und nördlichen Afrika verbreitet sind.

Der botanische Namen Inula deutet bereits darauf hin, dass die Pflanze als Heilkraut verwendet wurde und wird. Inula bedeutet sinnbildlich ausleeren, was vermutlich auf die abführende Abwirkung der Pflanze abzielt. Die Artbezeichnung helenium zielt vermutlich auf die Vegetationsgötting Helena ab.

Weitere Namen, die der Alant synonym trägt sind Altkraut, Brustalant, Odinskopf oder Schlangenkraut.

Merkmale des Alants

Der echte Alant ist eine typisch krautige und mehrjährige Pflanze mit Wuchshöhen zwischen 70 und 250 cm. Typisch für die Art ist der stark ausgeprägte Wurzelstock, der hier als Rhizom (unterirdisch verdickte Sprossachse) zu bezeichnen ist. Das Wurzelsystem hat meist eine gelblichbraune bis cremlich-weiße Färbung und ist auffällig in alle Richtungen verzweigt. Die Wurzeln haben beim Anschnitt einen markanten Duft.

Die Blätter des Alants nehmen für gewöhnlich eine große Oberfläche ein und können bis zu 40 cm lang werden. Die Blätter sind meist hellgrün gefärbt und weisen eine lanzettliche Form auf. Häufig sind die Blätter nach oben hin gewellt. Auffällig ist die dichte und filzige Blattbehaarung auf der Unterseite der Blätter. Der grünliche bis bräunliche Stängel ist aufrecht mit einer rauhen Oberfläche und einem feinen Haarfilz durchsetzt.

Große lanzettliche Blätter des Alants

Der Alant bildet zur Blütezeit, die meist zwischen Ende Juni bis Mitte September zu erwarten ist, die auffälligen gelben Blütenköpfe aus. Die Blütenköpfe können bis zu 8 cm breit werden. Die Zungenblüten (die strahligen Blütenfäden) sind meist etwas heller gefärbt als die häufig orangefarbigen Röhrenblüten. Jede Blüte besteht aus fünf Staubblättern, einem Griffel und zwei Blütennarben.

Korbblüten vom Alant

Im Anschluss an die Blüte bilden sich zur Zeit der Fruchtreife aus den Alantblüten die für Korbblütler typischen Achänenfrüchte aus. Darunter wird eine Nussfrucht verstanden, die kantiger Natur ist. An der Spitze befinden sich mehrere kleine Haare, die als Flugorgan dient und in der Botanik als Pappus bezeichnet wird.

Alant – Anbau, Aussaat und Pflege

Der Anbau des echten Alants ist verhältnismäßig einfach. Insofern ein richtiger Standort gewählt kann der echte Alant mit sehr geringem Pflegeaufwand kultiviert werden. Viele Gärtner schätzen vor allem die prächtigen Blüten, so dass in vielen Gärten durchaus einige kleine Ecken mit Alant zu finden sind.

Standort: Der Alant verträgt sowohl sonnige als auch halbschattige Standorte. Ideal sind nährstoffreiche, humusreiche und durchlässige Böden. Böden, die zu Staunässe neigen, sollten nicht für eine Kultivierung in Betracht gezogen werden. Sandige Böden, sollten mit etwas Bentonit und Kompost zunächst durchmischt werden, bevor eine Aussaat in Betracht gezogen wird. Windgeschützte Plätze sollten bevorzugt werden.

Aussaat: Die Samen der Pflanze sollten im Frühjahr zwischen April und Mai direkt ins Freiland eingearbeitet werden. Alant ist ein Lichtkeimer, weswegen die Samen maximal einen halben Zentimeter in die Erde gedrückt werden sollten. Eine Vorkultur im Februar ist möglich, aber nicht zwingend notwendig. Sollen mehrere Pflanzen kultiviert werden, sollte ein Pflanzabstand von mindestens 35 bis 40 cm eingehalten werden. Zu geringe Abstände können zu einer erhöhten Nährstoffkonkurrenz führen, die dann in Wachstumseinbußen und einem erhöhten Krankheitsrisiko einhergehen können. Die Keimdauer beträgt etwa 12 bis 16 Tage. Eine Kultivierung auf dem Balkon ist aufgrund der Wuchshöhe und der starken Wurzelknollen nicht empfehlenswert.

Düngung: Gegenüber vielen anderen Kräutern, gilt der Alant als eher hungrige Pflanze, dennoch kommt er mit verhältnismäßig wenigen Nährstoffen aus. Im Frühling bevor die Pflanze wieder neu austreibt, genügen kleinere Gaben an Kompost. Kurz vor der Blütezeit können ebenfalls nochmal eine kleine Menge Mist oder Kompost eingearbeitet werden. Steht weder Mist noch Kompost zur Verfügung eignen sich auch pelletierte Langzeitdünger. Wächst der Alant auf sandigem oder modifiziertem sandigen Boden, sind gegebenenfalls höhere Nährstoffmengen notwendig. Weitere Informationen zum Thema Nährstoffversorgung erhalten Sie in unserem Artikel Kräuter richtig düngen.

Gießen: Trotz seiner Größe ist der Alant relativ genügsam in punkto Wasserversorgung. In den Sommermonaten sollte dafür gesorgt werden, dass der Boden immer leicht feucht ist, so dass die Pflanze den ganzen Tag über optimal mit Wasser versorgt wird. Kurze Trockenheitsphasen toleriert der Alant in der Regel.

Pflege: Es ist völlig normal, dass der Alant im ersten Jahr nicht blüht. Die Pflanze sammelt zunächst genügend Reserven, um im zweiten Jahr mit der Ausbildung von Blüten zu beginnen.

Krankheiten und Schädlinge: Der Alant gilt als recht robuste Pflanze. Bei zu dichter Anpflanzung, mangelnder Unkrautpflege oder minderqualitativen Böden können sich Pilzerreger an der Pflanze zu schaffen machen. Häufigster Begleiter ist hier der echte Mehltau. Sind einzelne Pflanzen von Mehltau befallen, hilft gelegentlich Brennnesselsud. Häufige Schädlinge sind Blattläuse und gelegentlich Zikaden.

Überwinterung: Der echte Alant ist eine winterharte bzw. sehr frosttolerante Pflanze. Besondere Maßnahmen zur Überwinterung müssen nicht getroffen werden.

Alant und dessen Verwendung

Alant in der Küche

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war der Alant vor allem bei der ärmeren Bevölkerung eine häufig eingesetzte Speisepflanze. Sie wurde häufig als Gemüsebeilage zubereitet und galt als wertvoller Vitamin C Spender, auch wenn der Geschmack aufgrund des hohen Bitterwertes nicht als besonders köstlich galt.

Auch die gemahlenen Wurzeln wurden damals wie auch gelegentlich noch heute als Gewürz verwendet. Der Geschmack kann als deutlich bitter und würzig, mäßig scharf bis leicht rauchig und harzig beschrieben werden. Gewürzt werden und wurden vor allem fettreiche Gerichte und Fleischgerichte. Als Gewürz können gemahlene Alantwurzeln die Verdauung ankurbeln.

Gelegentlich erhält man noch kandierte Alantwurzeln, die früher als Delikatesse galten. Es wird jedoch dazu geraten nur geringe Mengen davon zu verzehren. Zu große Mengen können Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.

Alantwurzeln werden heute noch in Kräuterlikören bzw. Verdauungsschnäpsen verarbeitet.

Alant als Heilkraut

Als Heilkraut wird der Alant heute vor allem bei verschiedenen Beschwerden der Lunge sowie vereinzelt als Wurmmittel (Anthelminthikum) verwendet. In der Vergangenheit galt die Pflanze als eines der besten Heilkräuter gegen eine Vielzahl von Beschwerden.

Es gibt zahlreiche Aufzeichnungen darüber, dass der Alant bereits im Altertum verwendet wurde und wohl auch im Mittelalter rege Verwendung fand. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli (16. Jh.) , das zum großen Teil auf den Aufzeichnungen des römischen Feldarztes Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) basiert, finden sich einige Anwendungen und Verwendungen für den Alant. Auch für Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp galt der Alant als wichtige Heilpflanze.

Beispielsweise diente ein Sud aus Alantwurzel den Frauen als Heilmittel bei diversen Menstruationsbeschwerden. Pulverisierte Alantwurzel in Verbindung mit Honig oder Zucker wurde bei Atembeschwerden, Atemkrämpfen oder sogar bei Schlangenbissen verwendet. Ein so genannter Alantwein, der vor allem früh und abends getrunken wurde, galt als universelles Heilmittel und Stärkungsmittel. In Wein eingelegte Alantblätter wurden damals zur Behandlung von Hüft- und Gliederschmerzen verwendet.

Alant im Kräuterbuch von Matthioli

Für die Naturheilkunde spielt ausschließlich die Alantwurzel eine Rolle, die im wissenschaftlichen und anwendungspraktischen Bereich als Inulae radix bezeichnet wird. Die Wurzeln enthalten vor allem ätherische Öle, einige nennenswerte Anteile an Flavonoiden sowie der zu den Polysaccharariden gehörende Stoff Inulin. Diese Stoffe verleihen dem Alant die folgenden Heilwirkungen:

  • antioxidativ
  • entzündungshemmend
  • blutdrucksenkend
  • auswurffördernd
  • hustenlösend
  • leicht galletreibend (cholagog)
  • anthelminthisch (gegen parasitäre Würmer)
  • diaphoretisch (schweißtreibend)
  • antiseptisch

Alant spielt als Heilkraut auch heute zwar noch eine Rolle, wenngleich es nicht mehr die Bedeutung hat, die es früher einmal hatte. Der Alant wird in der heutigen Zeit vor allem bei folgenden Beschwerden bzw. Krankheiten genutzt:

  • akute und chronische Bronchitis
  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
  • grippale Infekte
  • Lungenkatarrh
  • chronischer Durchfall
  • Gallengangsstörungen
  • Hautbeschwerden
  • Reizhusten
  • Harnbeschwerden
  • Mandelentzündung
  • Wurmbefall (unterstützend)

Alant wird heute vor allem bei grippalen Infekten mit starkem Husten sowie chronischen Beschwerden der Lungen verwendet. Es sind hier vermutlich vor allem die ätherischen Öle bzw. so genannte Sesquiterpene und einige weitere Stoffe wie Phytosterole die synergetisch wirken und die lungenreinigenden Effekte hervorrufen. Die Pflanze hat hier sogar mittlerweile einen so guten Ruf, dass sie nicht selten bei der klassischen Raucherkrankheit COPD empfohlen wird. Alant vermag zwar COPD nicht zu heilen, kann aber viele Beschwerden wie starke Bronchienverschleimung oder Luftnot lindern [u.a. 1].

Die gebräuchlichste Darreichungsform ist der Alanttee, bei dem getrocknete und zerkleinerte Alantwurzeln mit heißem Wasser übergossen werden. Die beste Art der Teezubereitung für dieses Heilkraut ist die Zubereitung eines Aufgusses mit anschließender Teilmazeration. Hierbei wird zunächst ein heißer Aufguss zubereitet, der dann im Anschluss vollkommen erkalten muss. So wird gewährleistet, dass die ätherischen Öle, die stark in der verholzten Struktur der Wurzeln enthalten sind, bestmöglich aus der Zellstruktur herausextrahiert werden.

Alantwurzel als Naturheilmittel

Zubereitung und Anwendung: Für einen Heiltee aus Alant werden etwa 1,5 bis 2 g geschnittene und getrocknete Alantwurzeln benötigt, die mit 200 ml kochend heißem Wasser übergossen werden. Der Aufguss sollte danach abgekühlt werden und in kleinen Schlücken getrunken werden. Pro Tag sollten nicht mehr als drei Tassen getrunken werden. Grundsätzlich darf der Tee nicht länger als vier Wochen täglich getrunken werden, da sonst Nebenwirkungen zu erwarten sind. Neben Alant können bei akuten und chronischen Lungenbeschwerden auch weiteren Heilkräuter wie Spitzwegerich und Thymian beigemischt werden.

Nebenwirkungen: Die medizinische Verwendung von Alant ist mitunter nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Menschen, die an einer Allergie gegen Korbblütler leiden, sollten von der Einnahme von Alantprodukten absehen oder die Einnahme zunächst mit einem Arzt oder Apotheker besprechen. Außerdem können bei unsachgemäßem Gebrauch und zu hoher Dosierung Erbrechen, Durchfälle und allgemeine Übelkeit auftreten. Eine vorhergehende Beratung bei einem Arzt oder fachkundigen Naturheilkundler ist daher zu empfehlen.

Alant kaufen - Was gibt es zu beachten?

Alant ist heute vielen Gärtner vor allem als dekorative Blume ein Begriff, weswegen Samen und mitunter auch junge Pflanzen in Pflanzenfachmärkten zu finden sind. Für medizinische Anwendungen können geschnittene Alantwurzeln direkt bei Kräuterhändlern bestellt werden. Der Anbau von Alant als Heilpflanze ist eher nicht zu empfehlen, da die Pflanze mindestens drei Jahre wachsen muss, bevor die Wurzeln der Pflanze genutzt werden kann.

Alantsamen bieten einige weniger bekannte Saatguthersteller an. Fündig wird man meist bei kleineren Onlinehändlern oder -marktplätzen, die die Samentüten meist zwischen 1,50 und 3 EUR anbieten. Wer die hier beschriebene Pflanze auch anbauen möchte, sollte dringend auf den botanischen Namen Inula helenium achten, da auch viele andere Arten der Gattung schlichtweg als Alant angeboten werden.

Beim Kauf von Alantwurzeln sollte darauf geachtet werden, dass diese fein geschnitten sind, sodass bei der Zubereitung eines Tees eine leichte Portionierbarkeit gewährleistet ist. Bei Alantprodukten lohnt es sich meist etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und auf die Herkunft zu achten. Einige osteuropäische Händler bieten leider unsaubere Produkte an, bei dem größere Mengen an Bodenmaterial mit enthalten sind.

Literaturnachweise

  • [1] Ram, A. et al. (2014): Medicinal plants useful for treating chronic obstructive pulmonary disease (COPD): Current status and future perspectives. In: Fitoterapia, Vol. 82, S. 141-151.
  • [2] Diguta, C. et al. (2014): Studies on antimicrobial activity of Inula helenium L Romanian cultivar. In: Romanian Biotechnological Letters, Vol. 19, Nr. 5, S. 9699-9705.
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