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Salicylsäure

Als Salicylsäure bezeichnet man eine organische Verbindung, die chemisch sowohl zu den Aromaten, als auch zu den Hydroxycarbonsäuren eingeordnet werden kann. Salicylsäure sowie andere Salicylverbindungen finden sich in den meisten Pflanzen, wo sie primär für die Abwehr von Krankheitskeimen (Viren, Bakterien, Pilze) verantwortlich sind und auch als Phytohormon wirken. Als weitere Salicylverbindungen sind Salicylsäuremethylester sowie Salicin, ein Salicylalkohol mit einem Zuckeranteil (=Glucosid) zu nennen. Reine Salicylsäure kann in großer Menge in Kräutern wie dem Mädesüß oder dem Duftveilchen vorgefunden werden. Salicin ist in großer Menge in Weiden (Silberweide) anzutreffen. Salicylsäuremethylester hingegen ist im Heidekraut, im Wintergrün oder in Birken anzutreffen.

Für den Menschen spielt Salicylsäure eine bedeutende Rolle, da der Stoff schmerzstillende, kühlende und fiebersenkende Eigenschaften besitzt. Pharmakologisch ist dabei vor allem Salicin relevant, wie es in der Weide enthalten ist. Beim Verdauen von Salicin wird in der Leber schließlich die schmerzstillende Salicylsäure gebildet. Reine Salicylsäure (z.B. im Mädesüß) ist zwar auch schmerzstillend, kann jedoch in höheren Dosen zu unerwünschten Nebenwirkungen (z.B. Reizungen der Schleimhäute) führen. Die tägliche Dosis sollte bei Erwachsenen nicht höher als 2 Gramm sein. Salicylverbindungen werden außerdem zur Behandlung von äußerlichen Beschwerden, wie Warzen, Hühneraugen oder schmerzenden Insektenstichen (z.B. Wespenstich) verwendet.

Ein bekanntes Derivat der Salicylsäure ist die synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure, die heute unter dem geschützten Namen Aspirin in Apotheken erhältlich ist. Im Gegensatz zur Salicylsäure konnten die einige der unerwünschten Nebenwirkungen mit Entwicklung der Acetylsalicylsäure behoben werden.