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Rutin

Rutin kommt in der Pflanzenwelt verhältnismäßig häufig vor.

Chemische Eigenschaften und Wirkung

Chemische Eigenschaften von Rutin

Das Rutin (Quercetin-3-O-Rutinosid) ist ein sekundärer Pflanzeninhaltsstoff der zur Gruppe der Flavonoide gehört. Chemisch gesehen entsteht das Rutin aus der Verbindung des Flavonoids Quercetin mit einem Zuckermolekül (Rutinose). Durch die Besonderheit, dass ebenso ein Zuckermolekül vorhanden ist, lässt sich das Rutin auch in die Gruppe der Glykoside einordnen.

Beim Rutin handelt es sich um eine in Wasser schlecht und in Alkohol gut löslichen Verbindung. Es ist luftstabil und erscheint im kristallinen Zustand meist als gelbliches bis leicht-grünliches Pulver. Der Stoff ist in der Lage mit eisen- und kupferhaltigen Verbindungen so genannte Chelatkomplexe zu bilden.

Wirkung von Rutin auf den Organismus

Da Rutin ein glykolysiertes Flavonoid ist, wird es langsamer verstoffwechseln und nicht in der Menge verstoffwechselt, wie beispielsweise Quercetin. Es hat dennoch eine große medizinische Bedeutung. Rutinhaltige Medikamente oder Auszüge werden heute vor allem zum Schutz der Blutgefäße genutzt. Zusammenfassend hat Rutin die folgenden Auswirkungen bzw. Eigenschaften auf unseren Organismus:

  • verringerte Aggregation von Blutplättchen
  • blutverdünnend
  • teilweise entzündungshemmend
  • verringertes Risiko für Thrombosen
  • wirkt als starkes Antioxidans
  • erhöht die Aufnahme bzw. Bioverfügbarkeit von Jodid

Vorkommen von Rutin

Rutin ist eines der Hauptinhaltsstoffe der Rautengewächse sowie vieler bekannter Nutzgemüsesorten. Größere Anteile Rutin finden sich beispielsweise in der Weinraute (Ruta graveolens). Außerdem kommt Rutin in den Blättern und Blüten der Eberraute, Sternanis, Buchweizen oder im Johanniskraut vor.