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Bisabolol

Als Bisabolol bezeichnet man einen so genannten Sesquiterpen-Alkohol der als nativer Bestandteil im ätherischen Öl der echten Kamille (Matricaria chamomilla) vorkommt. Je nach Standortbedingungen und Sorte kann der Anteil von Bisabolol am äthterischen Öl in der Kamille bis zu 50 % betragen. Es handelt sich um farblosen, schwach süßlichen Stoff, der in Öl und Alkohol löslich ist. Chemisch zu beachten ist, dass es mehrere Isomere (alpha und beta Bisabolol) gibt, d.h. dass sich die chemische Struktur bei gleicher chemischer Zusammensetzung ändert.

Bisabolol spielt sowohl im medizinischen als auch kosmetischen Bereich (Sonnenschutzcremes, Mundwasser, Cremes zur Behandlung von gereizter Haut, Schminke) eine relativ große Rolle. Für viele Produkte kommt jedoch ausschließlich synthetisch hergestelltes Bisabol zum Einsatz, da der natürliche Stoff bei einigen Menschen allergisch wirken kann. Der Stoff ist entzündungshemmend, antibakteriell und hautberuhigend. In einigen Studien [1] wurden auch antifungizide Eigenschaften beobachtet, die vermutlich mit der Hemmung der so genannten Ergosterol-Biosynthese zusammenhängen und die Zellwände von Pilzen instabilisieren können. Außerdem existieren Untersuchungen, bei denen so genannte Hep2G-Zellen, wie sie bei Leberkrebs vorkommen, durch α-Bisabolol in den Zelltod überführt werden konnten [2]. Weitergehende Untersuchungen hierfür stehen jedoch noch an.


  • [1]: Pauli, A. (2006): α-Bisabolol from Chamomile – A specific ergosterol biosynthesis inhibitor? In: International Journal of Aromatherapy, Vol. 16, S. 21-25.
  • [2]: Chen, W. et al. (2010): α-Bisabolol induces dose- and time-dependent apoptosis in Hep2G cells via a fas- and mitochondrial-related pathway, involves p53 and NfkB. In: Biochemical Pharmacology, Vol. 80, S. 247-254.